2 Fragen, 2 Antworten mit Dr. Moritz Schwencke mit Eternal Power
Grüner Wasserstoff made in Germany – das Projekt in Dummerstorf
Das Hamburger Unternehmen Eternal Power plant in Mecklenburg-Vorpommern den Bau einer der modernsten Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff in ganz Europa. Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Moritz Schwencke liefert Einblicke über die Vision von Eternal Power, den Markt für grünen Wasserstoff sowie das Potenzial von Crowdinvesting.
Interview mit Dr. Moritz Schwencke von Eternal Power:
Was ist die Vision von Eternal Power – und wie soll grüner Wasserstoff konkret zur Energiewende beitragen?
Moritz: Wir haben knapp 20 Jahre Erfahrung aus der Solar und Wind-Industrie und wissen daher: Eine Industrie und die Erneuerbaren-Energie-Projekte müssen „skalieren“ (groß werden), um kostengünstig und wettbewerbsfähig zu werden. Das haben wir auch mit Wasserstoff vor, weshalb wir Eternal Power 2022 gegründet haben, orientiert an der „Kostenführer“-Strategie des Ökonomen Michael Porter.
Ähnlich wie bei Photovoltaik und Windkraft müssen weltweit viele Anlagen und große Anlagen wie Dummerstorf entstehen. Dadurch sinken die Produktionskosten für grünen Wasserstoff im Zeitverlauf und wir als Europäer werden unabhängiger von Öl- und Gasimporten. Elektrifizierung allein, etwa durch Wärmepumpen oder E-Autos, bringt uns weit, reicht aber nicht aus. Es braucht zusätzlich „grüne Moleküle“ wie Wasserstoff, Ammoniak, Methanol und synthetische Kraftstoffe, um sogenannte schwer zu dekarbonisierende Sektoren wie Container-Schifffahrt, Langstrecken-Flüge, Schwerlast-Verkehr, Stahlproduktion und die Chemie (z.B. Düngelmittel) zu dekarbonisieren.
Dafür steht Eternal Power, dafür arbeiten wir. Der Markt wird gigantisch groß: aktuell gibt Deutschland z.B. p.a. über 40 Milliarden EUR pro Jahr für Rohölimporte aus: Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen wir einen erblichen Teil dieser fossilen Moleküle zukünftig durch Wasserstoff und Derivate ersetzten.
Wo steht der Markt aktuell – und was braucht es, damit Wasserstoffprojekte erfolgreich skaliert werden können?
Moritz: Technisch ist die Herstellung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse, also der Spaltung von Wasser mittels erneuerbarem Strom, bereits weit fortgeschritten und in mittelgroßen Projekten (5 bis 10 Megawatt) erprobt. Was für einen erfolgreichen Markthochlauf fehlt, sind baureife Projekte, ein möglichst vereinfachtes, klares und zeitlich stabiles regulatives Framework, Abnahmeverpflichtungen und Verträge der Industrie (z.B. Quoten) und erfolgreiche Projektumsetzungen: An diesen Punkten arbeitet die EU und die Bundesregierung (siehe Koalitionsvertag) und die Industrie, also auch wir. Die Erfolge von Photovoltaik und Windkraft dienen dabei als Vorbilder: Sie wurden erfolgreich etabliert und liefern heute günstigen erneuerbaren Strom.
„Grüner Wasserstoff steht heute da, wo die Solar- und Windenergie vor 20 Jahren standen: am Anfang einer starken Reduktion der Gestehungskosten, die sich infolge von Produktions-Skalierung und Projektumsetzungen einstellen wird. Wer heute investiert, gestaltet nicht nur die Energiewende mit, sondern wird Teil eines Zukunftsmarktes mit enormem Wachstumspotenzial.“
– Dr. Moritz Schwencke, Co-CEO Eternal Power GmbH
Danke für die spannenden Einblicke, Moritz!
Hier geht´s zur Projektseite von Eternal Power: https://www.bettervest.com/de/project/eternal-power
Das Interview wurde von unserem Co-Funder WIWIN durchgeführt und bettervest zur Verfügung gestellt.
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