Die Firma Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG möchte mit bettervest das weltweit erste mobile Solarkraftwerk als Mietkaufmodell via Crowdfunding finanzieren und stellt hier ein Pilotprojekt vor. Gemeinsam mit gespendeten LEDs von Lumindo und zwei vom Projektinhaber finanzierten Kleinwindanlagen von FuSystems SkyWind UG soll das Dorf Mourdiah in Westafrika mit Strom und Licht versorgt werden. Die benötigte Gesamtsumme für die Realisierung des Projektes beträgt 107.700€. Das Projekt bietet eine jährliche Verzinsung von 9% über eine Laufzeit von 7 Jahren.

Das mobile Solarkraftwerk auf Containerbasis wurde von der Duisburger Firma Multicon Solar GmbH & Co. KG für die Bundeswehr entwickelt. Derzeit befindet sich ein Prototyp in Afghanistan im Einsatz. Das Projektteam hat gemeinsam mit Multicon das Konzept für die zivile Nutzung in Afrika weiterentwickelt. Abweichend von der Südausrichtung der Module, die wir aus Deutschland kennen, wird der hier finanzierte Prototyp in einer Ost-West-Ausrichtung konstruiert, da der Standort näher am Äquator liegt und so eine bessere Ausnutzung des Sonnenstrahlung möglich ist. Eine entsprechende Animation ist bei Youtube zu sehen (Link folgt). Die Anlage kann innerhalb von ca. einer halben Stunde auf- und abgebaut werden, wodurch man sie gut gegen auftretende Sandstürme schützen kann.


Erstes Afrika-Projekt einer deutschen Crowdinvesting-Plattform

Dieses Projekt ist nicht nur eine innovative technische Lösung mit einer großen Vision und einem spannenden Team. Es ist auch für die deutsche Plattform bettervest ein großer Schritt auf den afrikanischen Kontinent, den bettervest-Co-Gründer Torsten Schreiber, dessen Familie auch an der Projektierungsgesellschaft beteiligt ist, mit viel Herzblut und Leidenschaft vorantreibt. Dieser Schritt birgt große Herausforderungen und auch Risiken. Deshalb haben wir uns bei unserer Expansion nach Afrika dafür entschieden, nur mit deutschen Projektinhabern zu arbeiten, die auch als juristische (Ansprech-)Partner für die Crowd zur Verfügung stehen und in Deutschland verwurzelt sind.>

Es gibt in Deutschland und Afrika viele Menschen, die jahrzehntelange Fehlentwicklungen in der Entwicklungs- und Afrikapolitik verändern möchten, insbesondere Menschen, wie Lamine Diallo, Charlie Njonmou und Alassane Maiga, die viele Jahre in Deutschland gelebt haben, unsere Mentalität verstehen und wertschätzen, gleichzeitig aber ihre Länder und ihren Kontinent lieben und deshalb zurückgegangen sind um ihre Länder und Bevölkerung nach vorne zu bringen.

Empfang des Projektteams in Mourdiah (Januar 2015)



Bisher werden in Mourdiah alte Dieselgeneratoren zur Stromproduktion eingesetzt. Der hierdurch erzeugte Strom kostet aktuell mind. 0,4€/kWh – eine jährliche Preissteigerung von 6% ist wahrscheinlich und von den Fachenergieberatern prognostiziert (was über zehn Jahre zu einem mittleren Energiepreis von 0,55€/kWh führen wird) und verschmutzt, neben der enormen Lärmbelastung, die Umwelt durch ungefilterte Emissionen.

Da für bettervest ein deutscher Projektpartner obligatorisch ist, übernimmt die Projektgesellschaft “Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG” die Steuerung und das Management des Projektes von Deutschland aus. Ein deutschsprachiger Servicepartner in Westafrika, kümmert sich um Betrieb und Wartung der Anlage und erhält hierfür 2400€ jährlich. Zwei vor Ort ausgebildete Servicemitarbeiter übernehmen den First Level Support und sorgen für die Sicherheit, sowie die Säuberung der Panele und den Schutz des Objektes. Die Serviceleitung überprüft die Anlage per Fernwartung und übernimmt bei Bedarf den Second Level Support vor Ort. Somit findet auch ein Know-how-Transfer in die Region statt, was ein wichtger sozialer Bestandteil des Projektes ist. 

Die Dorfgemeinde zahlt über den Servicepartner jährlich 21.600€ für die Nutzung der Anlage im Mietkaufverfahren sowie 2.400€ für die Wartung und Service. Würde das Dorf dieselbe Menge Strom, die der Photovoltaik-Container produziert, mit Dieselgeneratoren produzieren, so würde das Dorf im Mittel über zehn Jahre (bei Annahme eines Dieselpreises von 1,19€ je Liter, Wirkungsgrad der Generatoren von 30%, Energieinhalt des Diesel von 9,744 kWh je Liter Diesel, 6% Energiepreissteigerung – s. Energiebericht) eine Summe von 25.706,54€ ausgeben müssen. Dieselgeneratoren benötigen auch Wartung, was mit 0,03€ je produzierte kWh Strom angenommen werden kann, womit wir bei Wartungskosten in Höhe von 1.394€ bei den Dieselgeneratoren landen. Wenn man somit die jährlichen Kosten einer Stromproduktion mittels Dieselgeneratoren und Photovoltaik im Dorf vergleicht, spart das Dorf durch die Maßnahme über die zehn Jahre im Mittel 3101€ pro Jahr. Es ist davon auszugehen, dass nicht 100% des produzierten Photovoltaikstroms bei den Endnutzern ankommt durch Verluste in der Leitung, Wartung und Verschmutzung der Module. Dem stehen ähnliche Verluste der Dieselgeneratoren entgegen. Durch die Spende von LED Lampen und von zwei Kleinwindanlagen, die ebenfalls Strom produzieren werden, ist stark davon auszugehen, dass das Dorf Energiekosteneinsparungen in benannter Höhe haben wird. 

Ab dem elften Betriebsjahr überlässt die Projektgesellschaft der Dorfgemeinschaft außerdem das Solarkraftwerk mietfrei. Das bedeutet, dass die Gemeinde mindestens weitere zehn bis 15 Jahre Strom erzeugen wird und das, abgesehen von etwaigen Wartungskosten, kostenfrei! Da das Geschäftsmodell des Projektinhabers jedes Jahr weitere Standorte entwickelt, wird die Dorfgemeinschaft auch nach der Auslösung der Investoren, weiter von der Servicegesellschaft betreut. 

Die lokale Servicefirma und Dorfgemeinschaft werden eine Schulung vom Hersteller Multicon erhalten und unterstützt werden, die produzierte Strommenge soweit wie möglich ohne Verteil- und Abnahmeverluste nutzen zu können. Denn die beinhalteten Batterien haben nur eine begrenzte Kapazität: durch die Schulung soll sichergestellt werden, dass der Lastverlauf dem Produktionsverlauf der Photovoltaikanlage entspricht. 

In afrikanischen Dorfgemeinschaften spielen sogenannte Dorfchefs eine wichtige Rolle. Gerade in dörflichen und ländlichen Regionen wie Mourdiah besitzen die Familien der Dorfchefs, die einer Erblinie folgen, den größten Einfluss. Das Wort oder der Vertrag mit dem Dorfchef ist daher Gesetz und die höchste Autorität. Im Falle von Mourdiah wurde der Vertrag mit Dorfchef Sékouba Diarra geschlossen. Dieser wird die Verteilung des Stroms und Abrechnung des Verkaufs der Stromeinheiten übernehmen und verantworten. 

Aufgrund der mobilen Containerbauweise können die Solarcontainer im Falle eines Risikos oder eines Rückzahlungsausfalls sofort mit einem normalen Truck wegtransportiert werden. Dies stellt eine größere Sicherheit für den Projektinhaber und somit der Investition dar.

Projektdetails
Stromproduktion46.477 kWh
Einnahmen Mietkauf24.000€
Ausgaben Service2.400€
Einnahmenüberschuss21.600€

Plausibilität und Energiegutachten

Um für das erste Projekt in Afrika die beste Projektprüfung von erfahrenen Ingenieuren zu gewährleisten, hat bettervest die international tätige Organisation “Ingenieure ohne Grenzen” eingebunden. Sämtliche Berechnungen und Simulationen wurden durch Herrn Andreas Drews und Herrn Hannes Schröder der Firma SEE in Freiburg, die auch bei „Ingenieure ohne Grenzen“ tätig sind, in beigefügter Stellungnahme auf ihre Plausibilität und Machbarkeit überprüft. Somit konnte ein sehr erfahrener, wenn nicht sogar der erfahrenste Partner für Projekte in Afrika, in das Projekt eingebunden werden.


Rolf aus der bettervest - Community hat die Entwicklung des Projekts aus Sicht des Dorfes einmal grafisch aufbereitet.

Das System ist mit Modulen der Firma aleo Solar GmbH, mit den Wechselrichtern SMA Tripower 1200TL-20 und SMA 1500TL-10, den Inselwechselrichtern SMA Sunny Island 6.0 und den Batterien SF-LFP300AHA der Firma Sistemi Fotovoltaici Srl. für den Energiespeicher ausgestattet. Das System wird in einer vollintegrierten Containerlösung der Firma Multicon Solar GmbH & Co. KG realisiert werden. Die DC-Gesamtleistung der Anlage beträgt 29,58 kWp. Es handelt sich also hierbei um eine echte Photovoltaik-Insellösung, die sogar mobil ist.

Hinweis: Laut Konzept wurde mit aleo Modulen geplant, aufgrund der aktuelle Lage wird man aber zu einem Ersatzmodul greifen.


Zusätzliche Tests mit Kleinwindanlagen von FuSystems

In Kooperation mit der FuSystems SkyWind UG aus Langenhagen wird das mobile Solarkraftwerk zusätzlich mit zwei Kleinstwindanlagen vom Typ “SkyWind” ausgerüstet. Diese Anlagen sind nicht Teil der Berechnung und Kalkulation, was den Ertrag bzw. den Ankauf der Anlagen angeht, steuern aber zusätzlich bis zu 2 kW an Leistung bei. Die Anlagen werden vom Projektinhaber zu Testzwecken aus Eigentkapital finanziert und führen somit zu einer weiteren Stromgenerierung für das Dorf. Gemeinsam mit dem Gründer und Preisträger von “Deutschland Land der Ideen” werden die Steuerung und die Anlagen für die mobilen Solarkraftwerke anhand der künftigen Messdaten optimiert und dann bei künftigen Projekten und Standorten auch Teil der Konzeption und Berechnung sein. Insbesondere nachts helfen diese Anlagen die Speicher zu entlasten.


Enormer öko-sozialer Impact

1,5 Milliarden Menschen leben ohne Anschluss ans Stromnetz. Mit diesem Projekt unterstützt die bettervest-Crowd nicht nur ein nachhaltiges Konzept und ein Projekt, das durch die Reduktion von CO2-Emissionen einen ökologischen Aspekt hat. Die Umsetzung und Skalierung dieses Geschäftsmodells hat auch einen enormen sozialen Aspekt. Strom ist der Beginn einer jeden Entwicklung, auch von kleinen Geschäftstätigkeiten, Wasserförderung, Landwirtschaft, etc.

Die Menschen in der Nara-Region besitzen ein Drittel der Rinder- und Ziegenherden des Landes. Aufgrund fehlender Möglichkeiten, z.B. Milch zu kühlen, muss hier über die Hälfte der Milch weggeschüttet werden. Anders als in Europa hat sich das Handy dort zum Zahlungssystem entwickelt und ermöglicht so den Handel von Gütern und Waren. Zum Aufladen der Telefone wird Strom benötigt, der die nächsten Schritte dann möglich macht. Kinder können mit LED-Licht besser lernen als mit einer Kerosin-Lampe, es können sich kleine Geschäfte wie Kioske etablieren, die kühle Getränke oder das Laden von Telefonen anbieten.

Andere Projekte in der Subsahara haben gezeigt, dass ein Drittel der Menschen, die vorher keinen Strom hatten, danach einer Geschäftstätigkeit nachgehen und jeweils ca. 350€ Umsatz im Jahr erwirtschaften. Jeder Solarcontainer erzeugt somit ein lokales Wirtschaftswachstum und stärkt die Region. Zusätzlich kommt es zu einem Know-how-Transfer zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. In jedem Dorf werden zwei Servicetechniker ausgebildet.

Die Gesamtfundingsumme liegt bei 107.700€ und beinhaltet die Herstellungskosten, die Transportkosten, die Treuhandgebühren und die bettervest-Listingebühr. Der zu erwartende Überschuss für die Projektgesellschaft liegt bei 21.600€ jährlich, wovon 99,07% über 7 Jahre an de Crowd zurückbezahlt werden, was einer zu erwartenden jährlichen Verzinsung von 9% für die Investoren entspricht. Ausgaben für Versicherung wurde hier nicht eingerechnet, es wird eine Global Policy geben, deren Kosten noch nicht beziffert werden können, die aber aus dem Eigenkapital der Gesellschaft finanziert wird Das hier beschriebene Crowdfunding-Projekt spart jährlich ein Äquivalent von 15.899 Litern Diesel ein, und produziert jährlich 46.477 kWh Strom aus Solarkraft. Es werden somit 41,16t CO2 jährlich eingespart. Die Fundingschwelle liegt bei 80%, das heißt, das Projekt gilt auch als erfolgreich gefunded, wenn nur 86.160€ eingesammelt werden. Der Projektinhaber steuert in dem Fall die noch fehlende Summe selbst bei.

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