Ein Klimafonds für Frankfurt?

Gemeinsam mit der GLS Bank Frankfurt, der Bürger AG für nachhaltiges Wirtschaften, den Impact Spezialisten von Finance in Motion und einigen anderen spannenden Teilnehmern haben wir in einem Workshop der Uni Kassel an einem Konzept für einen regionalen Klimafonds für Frankfurt Rhein Main gearbeitet.

 

Hier ein kurzer Bericht des Projektteams unter Leitung von Alice Bauer:

Ausgangslage und Zielsetzung

Trotz ihrer bedeutsamen Rolle in der Realisierung nationaler Klimaschutzziele sind die Handlungsmöglichkeiten vieler Städte aufgrund fehlender finanzieller Mittel stark eingeschränkt. An diesem Punkt setzt der Climate Mitigation Fund 2.0 an: das Projekt möchte lokale Klimaschutzmaßnahmen mit individuell zugeschnittenen Klimafonds stärken, die auf die speziellen Bedürfnisse der Kommunen sowie der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet sind. Am Beispiel der Städte Frankfurt am Main und Bologna wurde innerhalb der sechsmonatigen Projektlaufzeit ein Fahrplan zum Aufbau städtischer Klimafonds erstellt, der die jeweiligen Regionen mit einer nachhaltigen Finanzquelle zur Stärkung emissionsarmer Wirtschaftssysteme ausstatten soll.

Neben der Aufstockung der kommunalen Finanzmittel legten die Projektpartner – neben der Universität Kassel die Energie Agentur Modena und ASTER, in enger Zusammenarbeit mit den Städten Bologna und Frankfurt – besonderen Wert auf ein System, das sowohl die Unterstützung von finanziell profitablen als auch nicht-profitablen Klimaschutzprojekten erlaubt. Ausgehend von bestehenden lokalen und regionalen Klimastrategien in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung wurden nicht nur die Bedürfnisse der Projektnehmerseite berücksichtigt. Im Sinne der Verstetigung eines sich selbst tragenden Instruments setzte sich CMF 2.0 auch intensiv mit den Rahmenbedingungen sowie Interessens- und Toleranzbereichen von privaten und institutionellen Investoren auseinander.

Partizipative Arbeitsweise

CMF 2.0 ist Teil des Low Carbon City Labs Projektverbundes und wird aus europäischen Mitteln über Climate-KIC gefördert. Die Projektarbeit basierte auf einer partizipativen Zusammenarbeit und bezog lokale Expertise gewonnen durch Projektbeiräte, Expertengespräche und Gruppenbefragungen mit ein. Regionale Akteure wurden als Teil des Projektteams betrachtet und spielten insbesondere durch die Einbringung ihres Expertenwissens eine entscheidende Rolle bei der Schwerpunktsetzung. Neben der Möglichkeit den Fonds passgenau auf die regionalen Gegebenheiten auszurichten und die Blickwinkel verschiedener Akteursgruppen zu berücksichtigen, zielte dieser Ansatz auf eine breit getragene Akzeptanz des Klimafondskonzeptes um die zukünftige Umsetzung zu erleichtern.

 

Zentrale Projektergebnisse

Zu Beginn des Projektes wurden die Erwartungen und Ziele an einen erfolgreichen Klimafonds zusammengetragen. Über alle Sparten hinweg sprachen sich die Akteure für ein System aus, das im Raum Frankfurt Standards in Sachen Nachhaltigkeit setzt, Kooperation und Innovation fördert, einen messbaren Einfluss auf die Verringerung klimaschädlicher Emissionen erreicht und über die Region hinaus als Pionierprojekt Akzente setzt. Unternehmen kommunizierten zudem den Wunsch ein Klimafonds solle einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, die regionale Wirtschaft stärken und für Firmen eine Möglichkeit der Imagepflege darstellen.

Basierend auf diesen Erwartungen sowie einer Unternehmensbefragung im Raum Frankfurt erstellte CMF 2.0 einen passgenauen Baukasten mit verschiedenen möglichen Entwicklungsschritten. Die Ausarbeitung eines detaillierten Business Plans und einer effizienten und langfristigen Management Struktur stellte die letzte Arbeitsphase dar.

Ausblick und Strahlkraft

Climate Mitigation Fund 2.0 hat das Grundkonzept für die Errichtung eines finanziell nachhaltigen und langfristigen Klimafonds in Frankfurt RheinMain zur Verfügung gestellt. Die nächsten Arbeitsschritte hin zu einer erfolgreichen Umsetzung des regionalen Fahrplans werden im kommenden Jahr weiter diskutiert. CMF 2.0 wurde als Pilotprojekt durchgeführt und wird nach einer weiteren Verdichtungsphase ein Modell zur Verfügung stellen, um Städte in ganz Europa in der Ausarbeitung eines eigenen, individuell zugeschnittenen Klimafonds zu unterstützen.

 

Kontakt und weitere Infos: Alice.bauer@uni-kassel.de

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