Megawatt Photovoltaikanlage mit Netzanbindung in Ägypten

Solar
endet
8% Rendite
0.5% Vorlaufzins
8 Jahre Laufzeit
286,400€ benötigt
668t CO2 Einsparung
195,650€ von 277 Investoren
Fundingschwelle:50
Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz:
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Hintergrund 

Im Oktober 2018 wurde in einer Satellitenvorstadt im Südosten von Kairo ein 1 Megawatt Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Dieses beliefert seitdem das nationale Stromnetz mit sauberer Energie und hilft somit die nationale Energiewende voranzutreiben.

Umgesetzt wurde das Projekt vom ägyptischen Finanzberatungsunternehmen TAMQEEN FINACIAL CONSULTING zusammen mit TEPCO for Renweable Energy (TFRE), einer Tochtergesellschaft der TEPCO Technical Projects Company S.A.E. – eines der führenden nationalen Unternehmen für Energieversorgungstechnologien. Die Planung, Installation sowie auch die Wartung der Anlage übernahm der finnische Generalunternehmer Green Energy Finland Oy (GEF).

Die Umsetzung dieses Projekts wurde durch zwei Bankdarlehen sowie Eigenkapital von TEPCO gedeckt. Mit dem hier erworbenen Darlehen soll das von TEPCO bereitgestellte Eigenkapital nun refinanziert werden. Die Rückzahlung dieses Darlehens wird über ein gesichertes Einspeisevergütungskonzept gegenüber dem Energieversorger South Cairo Electricity Distribution Company gewährleistet.


Geografische und Politische Lage

Standort des Solarkraftwerks ist die Konzernzentrale von TEPCO in 6th October City, Ägypten. Da die Stadt in der Wüste Sahara liegt, verfügt der Projektstandort über entsprechend hohe Einstrahlungswerte, geringe Bewölkung und wenig Niederschlag.

Ägypten bietet aufgrund seiner geografischen Lage hervorragende Bedingungen für erneuerbare Energien, im Besonderen für Solarenergie. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf des Landes stetig an. Aus diesem Grund sowie aufgrund der kontinuierlich steigenden Kosten für Primärenergieträger hat sich die ägyptische Regierung im Oktober 2014 dazu entschieden, den Ausbau von erneuerbaren Energien voranzutreiben und zu fördern. Im Rahmen dieses Ausbauplans werden in einer ersten Phase PV-Projekte bis zu einer Gesamtgröße von 2300 MWp über festgelegte Einspeisevergütungen gefördert werden. Die Einspeisevergütung wird über einen Zeitraum von insgesamt 25 Jahren gleichbleibend gewährleistet. Diese Regelungen wurden in dem Premierminister-Beschluss Nr. 1947 2014 festgehalten. Das hier vorliegende Projekt ist das landesweit erste durch diese Förderung begünstigte Solarprojekt.

Die ägyptische Regierung verfolgt mit dieser Förderung das ambitionierte Ziel, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 20 % zu steigern. Dabei hat die Zusammenarbeit zwischen Ägypten, deutschen Unternehmen und der Bundesregierung in Sachen erneuerbarer Energien eine lange Tradition: Deutschland finanziert Investitionen in erneuerbare Energien, zum Beispiel in die ersten Windparks Ägyptens in Zafarana und im Golf von el-Zayet an der Küste des Roten Meeres. Darüber hinaus arbeiten Deutschland und Ägypten im Zuge der Cairo Climate Talks, die bereits 2011 initiiert wurden, eng zusammen.


Technologie

Insgesamt 3.696 monokristalline PV-Module wurden auf den Dächern der TEPCO-Zentrale installiert und an das öffentliche Netz angeschlossen. Mit einer umfassenden Fläche von 6.043,5 m2 ergibt sich unter konservativen Annahmen ein simulierter Anlagennutzungsgrad von 74,3 % und ein errechneter Jahresertrag von 1.519,33 kWh/kWp. Unter Berücksichtigung der zugesicherten Einspeisevergütung von 0,136 USD/kWh über 25 Jahre ergibt sich daraus eine Amortisationszeit der Investition von lediglich 10,3 Jahren. Dies berücksichtigt die fristgerechte und vollständige Bedienung der Hauptkredite. Über einen Betrachtungszeitraum von 25 Jahren kann der Projektinhaber so einen Gesamtgewinn von mehr als 1,3 Millionen Euro erwirtschaften.


Klimaschutz

Die Photovoltaikanlage wird das öffentliche Stromnetz mit sauberer Energie versorgen und so die Klimabelastung des Stromnetzes reduzieren. Grundlage für die Berechnung dieses Vermeidungspotenzials ist die CO2-Belastung des vor Ort aktuell verfügbaren Strommixes. Mangels präziser aktueller Daten wurde aufbauend auf unterschiedlichen Rechercheergebnissen eine Abschätzung für die aktuelle Emissionsbelastung getroffen. Für weitere Berechnungen wurde schließlich eine CO2eq-Emissionsbelastung des ägyptischen Strommixes von 0,55 kg/kWh angenommen. In Summe akkumulieren sich diese zu rund 17.000 Tonnen CO2eq über den gesamten Betrachtungszeitraum von 25 Jahren. Jährlich sorgt das Projekt somit für eine Emissionsreduzierung von insgesamt 668 Tonnen CO2.

Power Purchase Agreement (PPA)

Das Unternehmen TEPCO Technical Projects Company S.A.E. errichtete auf den eigenen Liegenschaften in 6th October City, Ägypten, eine netzgebundene, voll einspeisende PV-Anlage mit einer Gesamtgröße von rund 1.035 kWp. Generalunternehmer für die Planung, Installation und Wartung der Anlage ist das finnische Unternehmen Green Energy Finland Oy (GEF). TEPCO konnte in einem PPA (Power Purchase Agreement) mit dem Verteilnetzbetreiber South Cairo Electricity Distribution Company vertraglich die Genehmigung der PV-Anlage festhalten. Das PPA gewährt damit auch die Einspeisevergütung mit 0,136 USD/kWh über 25 Jahre und gewährleistet damit die Rückzahlung des Darlehens innerhalb des betrachteten Zeitraums. Das zugrunde liegende PPA bestätigt auch die erfolgte Netzprüfung am Anschlusspunkt, die Einspeisegenehmigung sowie die Beachtung aller baurechtlichen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen und referenziert dafür auf zugehörige Dokumente zur detaillierten Bestätigung der Sachverhalte.


Technische Details 

Die Anlage basiert auf 3.696 monokristallinen PV-Modulen der Firma JA-SOLAR mit einer Leistung von jeweils 280 Wp, sieben 33 kW INGETEAM Netzwechselrichtern und zwei 350 kW Netzwechselrichtern von LTI, die über einen Transformator auf Mittelspannungsebene an das öffentliche Netz angeschlossen wurden (Auflistung der einzelnen Komponenten). JA-SOLAR ist ein auf dem globalen PV-Markt etabliertes Unternehmen mit Sitz in China. Die verwendeten Solarmodule weisen mit 280 Wp eine relativ hohe Leistungsdichte auf und verfügen über eine vom Hersteller garantierte Produktgarantie von 12 Jahren sowie eine lineare Leistungsgarantie von 25 Jahren. Die PV-Module sind nach allen relevanten Prüfnormen getestet.

Die PV-Module wurden auf dem Dach der TEPCO-Firmenzentrale auf einer Unterkonstruktion der Firma SCHLETTER mit 10° Neigung in Süd-Ost-Ausrichtung aufgeständert installiert. SCHLETTER gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Unterkonstruktionen für PV-Module. Das Unternehmen folgt ISO 9001, die Systeme sind nach VDE Norm geprüft und wurden mit 10 Jahren Garantie verkauft. Die Aufständerung ist über ein Doppelschienensystem fest mit der Dachhaut verschraubt. Der Windangriff wurde durch Windschutzbleche reduziert.

Die Zentralwechselrichter vom deutschen Hersteller LTI sind qualitativ hochwertige, effiziente und technisch einwandfreie Systeme. Die Wechselrichter erfüllen zudem die relevanten Normen und Richtlinien.


Wartung und Instandhaltung

Für die Wartung und Instandhaltung der betrachteten PV-Anlage besteht ein Wartungsvertrag mit dem Generalunternehmer und Installateur GEF über den gesamten Förderungszeitraum von 25 Jahren. Darüber hinaus bietet GEF eine Gewährleistung auf alle Produkte von 10 Jahren. Der von GEF bereitgestellte Wartungsservice beinhaltet ein automatisches, internet-basiertes Überwachungssystem, die regelmäßige Reinigung und Wartung der Module, die Überprüfung der Kabel- und Schraubverbindungen, jährliche Thermografie-Aufnahmen, das Vorhalten eines Ersatzteilebestandes vor Ort für unvorhergesehene Wartungsarbeiten sowie eine Garantie über die sofortige Verfügbarkeit (max. 1 Tag) von mindestens zwei Arbeitskräften bei Störfällen.

Insbesondere das internet-basierte Überwachungssystem ermöglicht GEF das Überwachen der Leistungsdaten präzise zugeordnet auf die einzelnen Komponenten und liefert Echtzeit Video- und Wetterdaten zu der Anlage. Dadurch ist ein rasches Erkennen und Lokalisieren von Fehlern möglich, sowie entsprechend zielgerichtete Wartungseinsätze des zu jeder Zeit und unverzüglich verfügbaren Wartungspersonals möglich.



Rentabilität

Das von einem unabhängigen Energieberater durchgeführte Energiegutachten kam zu dem Ergebnis, dass die Rentabilität der PV-Anlage unter den angenommenen Rahmenbedingungen gegeben ist. Dies auch trotz konservativeren und damit geringer ausfallenden Ertragsberechnungen als von GEF vorgegeben. Die Amortisation der Investition kann demnach bereits nach 10,3 Jahren erfolgen. Dies berücksichtigt die fristgerechte und vollständige Bedienung der Hauptkredite und gewährleistet die Rückzahlung des bettervest-Darlehens über eine Laufzeit von 8 Jahren. Über einen Betrachtungszeitraum von 25 Jahren kann der Projektinhaber so einen Gesamtgewinn von mehr als 1,3 Millionen Euro erwirtschaften.

Die Fundingsumme des hier vorliegenden Projekts beläuft sich auf 286.400 € und dient der Rückzahlung des von TEPCO investierten Eigenkapitals. Tamqeen beteiligt die Investoren mit einer Rendite von 8 % über 8 Jahre an den Einnahmen aus dem Stromverkauf. Ab der Einzahlung auf das Treuhandkonto erhalten Investoren zusätzlich einen Vorlaufzins von 0,5 %.

Mehr Hintergründe und Informationen über die Finanzierung des Projekts sowie zur Refinanzierung befinden sich im Dokument „Ergänzung zum Energieberaterbericht“.


Versicherungen

Es liegen eine allgemeine Haftpflichtversicherung sowie eine Geschäftsinhaltsversicherung (theft, fire and accident insurance) vor und können im „Dokumente-Reiter“ eingesehen werden, allerdings nur auf arabischer Sprache. Die Versicherungen sind jeweils ein Jahr gültig und werden jedes Jahr von TEPCO um weitere 12 Monate verlängert.


Land

Es ist empfehlenswert, sich bei Investitionsentscheidungen vorab über den Projektstandort, insbesondere das Land, in dem das Projekt umgesetzt wird, zu informieren. Um sich einen Überblick zu schaffen, stellen folgende Indikatoren einen hilfreichen Ausgangspunkt bei der eigenständigen Recherche dar. Die Informationen wurden im Dezember 2018 aus den entsprechenden Datenquellen abgerufen und werden ohne Gewähr veröffentlicht.


INDIKATORBEWERTUNG ÄGYPTEN
Euler Hermes RankingEuler Hermes hat das Risiko der Nicht-Zahlung von ägyptischen Unternehmen mit mittel bewertet und auf einer Skala von AA bis D mit C gerated (Quellen: Euler Hermes Country Risk Map und Ranking 2018).
OECD KlassifizierungDie OECD klassifiziert das allgemeine Länderrisiko Ägyptens auf einer Skala von 0 (geringes Risiko) bis 7 (hohes Risiko) mit (Quellen: OECD Country Risk Classification und OECD Ranking 2018).
Korruptionsindex (Transparency International)Der Korruptionsindex, der von Transparency International veröffentlicht wird und auf einer Basis von 0 (hohes Maß an Korruption) - 100 (keine wahrgenommene Korruption) bemessen wird, liegt bei Ägypten bei 32 (Quelle: Transparency International 2017). 
Commercial Bank Prime Lending RateDie Commercial Bank Prime Lending Rate veröffentlicht durch die Central Intelligence Agency zeigt auf, welchen Durchschnitt an annualisierten Zinsraten lokale Geschäftsbanken ihren kreditwürdigsten Kunden für neue Kredite in der Landeswährung berechnen. Bei Ägypten liegt die Commercial Bank Prime Lending Rate bei 19,5% (Quelle: CIA Country Comparison 2017).
Kreditwürdigkeit (Moody's)Moody's hat die Kreditwürdigkeit von ägyptischen Staatsanleihen auf einer Skala von AAA bis D mit B3 bewertet und somit in der unteren Mittelklasse eingestuft (Quelle: countryeconomy 2018).
Devisenmarkt (Bundesbank)In den letzten fünf Jahren ist der Devisenpreis für den Euro in Ägypten gestiegen, vor fünf Jahren lag der Preis bei 9,27 ägyptische Pfund (EGP), vor einem Jahr bei 20,09 und heute liegt der Preis bei 20,18 EGP (Quelle: Bundesbank 2018).

Weitere Informationen befinden sich im Länderprofil.

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Warum wird die Photovoltaik-Anlage nicht mittels einer Bank finanziert?

Im Oktober 2018 wurde das Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Die Umsetzung dieses Projekts wurde durch zwei Bankdarlehen sowie Eigenkapital von TEPCO gedeckt. TEPCO will das bereitgestellte Eigenkapital nun mittels Crowdfunding refinanzieren, zum einen um dieses für Investitionen im Tagesgeschäft zu reservieren und zum anderen um Crowdfunding als zukünftige Finanzierungsmethode zu testen.

Trotz der reichlichen Sonneneinstrahlung kommt es in Ägypten immer wieder zu Stromengpässen und Stromausfällen. Mit dem neuen ägyptischen Einspeisetarif (FIT) und der Unterstützung der Crowd können wir das endlich ändern! Dank bettervest können wir als Vorreiter an einem der ehrgeizigsten erneuerbaren Energieprogrammen im Nahen Osten und Nordafrika teilhaben.

Foto: Fayssal Dawoud

Fayssal Dawoud

Unternehmensportrait

Foto: Tamqeen Emissions GmbH Tamqeen Emissions GmbH

Tamqeen Financial Consulting ist ein ägyptisches Finanzberatungsunternehmen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und berät die TEPCO Technical Projects Company S.A.E. – auf deren Liegenschaft das Solarkraftwerk errichtet wurde – in Sachen Finanzanlagen. TEPCO ist auf die Herstellung von elektrischen Komponenten und Ausrüstungen für Kraftwerke spezialisiert (siehe Unternehmenspräsentation). Für die Realisierung dieses Projekts wurde das Unternehmen TEPCO for Renweable Energy (TFRE) gegründet. Dieses wurde speziell im Einvernehmen mit den ägyptischen Regularien zur Qualifikation für das Egyptian Feed-in Tariff Program (FIT) gegründet und ist Inhaberin der 1 MW Konzession, auf deren Grundlage dieses Projekt durchgeführt wird. Die Inbetriebnahme der PV-Anlage machte TEPCO zum ersten Unternehmen in der Geschichte Ägyptens, welches ein Solarkraftwerk an das nationale Stromnetz anschloss.

Für dieses bettervest-Projekt wurde eine deutsche Zweckgesellschaft, die Tamqeen Emissionshaus GmbH mit Sitz in Berlin, gegründet. Letztere dient einzig und allein dazu, dass durch die Crowd bereitgestellte Energiewendedarlehen an den ägyptischen Partner weiterzugeben. Die Gründung der deutschen Zweckgesellschaft geschah ebenfalls vor dem Hintergrund einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen bettervest und Tamqeen, mit dem Ziel, weitere Solarprojekte gemeinsam zu realisieren.

Neben der Beratungsleistung stehen Tamqeen und TEPCO zudem durch die Person Fayssal Daoud in Verbindung. Fayssal ist zugleich Gründungsmittglied und Geschäftsführer von Tamqeen sowie Miteigentümer und Vorstandsmitglied von TEPCO. Er ist die treibende Kraft hinter dem vorliegenden Projekt. Er hat einen Universitätsabschluss in Volkswirtschaft von der amerikanischen Universität in Kairo und ist seit mehr als 10 Jahren in der Unternehmensberatung tätig. Neben Ägypten konnte Fayssal bereits in weiteren Ländern wie Marokko, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Frankreich berufliche Erfahrung sammeln und ist derzeit im Management verschiedener KMUs tätig. Mit diesem Projekt möchte Fayssal die Energiewende nach Ägypten bringen und kurz- und mittelfristig zahlreiche weitere Solarprojekte zusammen mit bettervest angehen.


Tamqeen Emissions GmbH | Martin-Luther-Straße 8 | 10777 Berlin
Geschäftsführer Fayssal Dawoud
+4930609889523 | fayssal.daoud@tamqeen.com

Risikohinweise

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Allgemeine Risiken und Risiken aus der Ausgestaltung der Nachrangdarlehen

  1. Maximales Risiko – Totalverlustrisiko

    Es besteht das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals und der Zinsen. Individuell können dem Darlehensgeber zusätzliche Vermögensnachteile, z.B. durch Kosten für Steuernachzahlungen, entstehen. Deshalb ist das Darlehen nur als Beimischung in ein Anlageportfolio geeignet. Die Darlehensvergabe ist nur für Investoren geeignet, die einen entstehenden Verlust bis zum Totalverlust ihrer Kapitalanlage hinnehmen könnten. Das Darlehen ist nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das Risiko einer Nachschusspflicht oder einer sonstigen Haftung, die über den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgeht, besteht dagegen nicht.

  2. Nachrangrisiko und unternehmerischer Charakter der Beteiligung

    Bei dem Darlehensvertrag handelt es sich um ein Darlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt (siehe näher Ziffer 9 des Darlehensvertrags). Sämtliche Ansprüche des Darlehensgebers (Investors) aus dem Darlehensvertrag – insbesondere die Ansprüche auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen – („Nachrangforderungen“ ) können gegenüber dem Darlehensnehmer nicht geltend gemacht werden, wenn dies für den Darlehensnehmer einen Insolvenzgrund herbeiführen würde. Das bedeutet, dass die Zahlung von Zins und Tilgung des Darlehens keine Insolvenz des Darlehensnehmers auslösen darf. Dann dürften weder Zinsen noch Tilgungszahlungen an die Darlehensgeber geleistet werden. Die Nachrangforderungen des Darlehensgebers treten außerdem im Falle der Durchführung eines Liquidationsverfahrens und im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers im Rang gegenüber sämtlichen gegenwärtigen und künftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger des Darlehensnehmers zurück, das heißt, der Darlehensgeber wird mit seinen Forderungen zwar vor den Gesellschaftern, aber erst nach vollständiger und endgültiger Befriedigung sämtlicher anderer Gläubiger des Darlehensnehmers (mit Ausnahme anderer Rangrücktrittsgläubiger) berücksichtigt.

    Der Darlehensgeber trägt daher ein unternehmerisches Risiko, das höher ist als das Risiko eines regulären Fremdkapitalgebers. Der Darlehensgeber wird dabei nicht selbst Gesellschafter des Darlehensnehmers und erwirbt keine Gesellschafterrechte. Es handelt sich nicht um eine sogenannte mündelsichere Beteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion.

    Der qualifizierte Rangrücktritt könnte sich wie folgt auswirken: Der Darlehensnehmer würde die Zins- und Tilgungszahlung bei Insolvenznähe so lange aussetzen müssen, wie er dazu verpflichtet ist. Der Darlehensgeber dürfte seine Forderungen bei Fälligkeit nicht einfordern. Der Darlehensgeber müsste eine Zinszahlung, die er trotz der Nachrangigkeit zu Unrecht erhalten hat, auf Anforderung an den Darlehensnehmer zurückgeben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Darlehensgeber die Zinszahlungen ebenso wie die Tilgungszahlungen im Ergebnis aufgrund des Nachrangs nicht oder nicht rechtzeitig erhält oder zurückzuzahlen hat. Zudem könnte es sein, dass der Darlehensgeber für bereits gezahlte Zinsen Steuern entrichten muss, obwohl er zur Rückzahlung der erhaltenen Beträge verpflichtet ist.

  3. Fehlende Besicherung der Darlehen

    Da das Darlehen unbesichert ist, könnte der Darlehensgeber im Insolvenzfall des Darlehensnehmers weder seine Forderung auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals noch seine Zinszahlungsansprüche aus Sicherheiten befriedigen. Im Insolvenzfall könnte dies dazu führen, dass die Ansprüche der einzelnen Darlehensgeber nicht oder nur zu einem geringeren Teil durchgesetzt werden können. Dies könnte dazu führen, dass Zins- oder Tilgungszahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden können oder dass es zum teilweisen oder vollständigen Verlust des investierten Kapitals kommt.

  4. Veräußerlichkeit (Fungibilität), Verfügbarkeit des investierten Kapitals, langfristige Bindung

    Die Darlehensverträge sind mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Eine vorzeitige ordentliche Kündigung durch den Darlehensgeber ist nicht vorgesehen. Nachrangdarlehen sind keine Wertpapiere und auch nicht mit diesen vergleichbar. Derzeit existiert kein liquider Zweitmarkt für die abgeschlossenen Darlehensverträge. Eine Veräußerung des Darlehens durch den Darlehensgeber ist zwar grundsätzlich rechtlich möglich. Die Möglichkeit zum Verkauf ist jedoch aufgrund der geringen Marktgröße und Handelsvolumina nicht sichergestellt. Es ist auch möglich, dass eine Abtretung nicht zum Nennwert der Forderung erfolgen kann. Es könnte also sein, dass bei einem Veräußerungswunsch kein Käufer gefunden wird oder der Verkauf nur zu einem geringeren Preis als gewünscht erfolgen kann. Das investierte Kapital kann daher bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit gebunden sein.

  5. Mögliche Verlängerung der Kapitalbindung

    Da es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt, darf das Darlehen nur zurückgezahlt werden, wenn dies bei dem Darlehensnehmer nicht zur Zahlungsunfähigkeit führen würde. Wäre dies der Fall, verlängerte sich die Laufzeit des Darlehens automatisch bis zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Zustand nicht mehr bestünde. Die Anlage ist damit für Darlehensgeber, die darauf angewiesen sind, exakt zum geplanten Laufzeitende ihr Geld zurück zu erhalten, nicht empfehlenswert.

  • Risiken auf Ebene des Darlehensnehmers
    1. Geschäfts- und Ausfallrisiko des Darlehensnehmers

      Der Darlehensgeber trägt das Risiko einer nachteiligen Geschäftsentwicklung des Darlehensnehmers. Es besteht das Risiko, dass dem Darlehensnehmer in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und die Darlehensvaluta zurückzuzahlen.

      Weiterhin trägt der Darlehensgeber das Risiko der Insolvenz des Darlehensnehmers. Der Darlehensnehmer kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Darlehensnehmer geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder wenn er eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann. Die Insolvenz des Darlehensnehmers kann zum Verlust des Investments des Darlehensgebers und der Zinsen führen, da der Darlehensnehmer keinem Einlagensicherungssystem angehört.

      Weder der wirtschaftliche Erfolg der zukünftigen Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers noch der Erfolg der finanzierten energetischen Maßnahme können mit Sicherheit vorhergesehen werden. Der Darlehensnehmer kann Höhe und Zeitpunkt von Zuflüssen weder zusichern noch garantieren.

    2. Risiken aus der Geschäftstätigkeit und der Durchführung des finanzierten Projekts

      Verschiedene Risikofaktoren können die Fähigkeit des Darlehensnehmers beeinträchtigen, seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachzukommen. Dies sind zum einen Risiken aus der Durchführung des finanzierten Projekts. Die geplante energetische Maßnahme könnte komplexer sein als erwartet. Es könnten unerwartete und/oder höhere Umsetzungsrisiken auftreten und/oder Geschäftsprozesse mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein als erwartet. Es könnten Planungsfehler zutage treten oder Vertragspartner des Darlehensnehmers mangelhafte Leistungen erbringen. Es könnte sich herausstellen, dass Annahmen, auf denen die Projektplanung basiert, fehlerhaft sind. Erforderliche Genehmigungen könnten nicht erteilt werden. Es könnten unbekannte Umweltrisiken oder Altlasten bestehen. Es könnte zu Verzögerungen im geplanten Projektablauf und/oder zu Problemen bei der Erzielung von Einnahmen in der geplanten Höhe oder zum geplanten Zeitpunkt kommen. Ein etwaiger Versicherungsschutz könnte sich als nicht ausreichend erweisen. Die rechtlichen Anforderungen könnten sich verändern und dadurch könnten Änderungen oder zusätzliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt erforderlich werden, was zu Mehrkosten und/oder zeitlichen Verzögerungen führen könnte. Bei Leistungen, die Dritten gegenüber erbracht werden, könnten diese Gewährleistungsansprüche geltend machen, ohne dass der Darlehensnehmer Regressansprüche gegen eigene Zulieferer durchsetzen kann. Auch weitere Faktoren können sich nachteilig auf den Projekterfolg auswirken, wie etwa die Entwicklung des Strompreises oder des Preises anderer Energieträger, des Marktumfelds, der Nachfrage- und Absatzsituation, von Lieferantenbeziehungen, des politischen Umfelds und politischer Verhältnisse, von Umweltrisiken, Länder- und Wechselkursrisiken sowie Wettbewerbern.

      Daneben ist die allgemeine Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers mit Risiken verbunden, wie etwa marktbezogenen Risiken (z. B. Nachfrage- und Absatzrückgang; Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen großer Abnehmer; [Insolvenzen von Kunden, bei denen energetische Maßnahmen durchgeführt werden, aus deren Einnahmen Zins- und Tilgungszahlungen finanziert werden sollen;] Kostenerhöhungen und Kapazitätsengpässe auf Beschaffungsseite; politische Veränderungen; Zins- und Inflationsentwicklungen; Länder- und Wechselkursrisiken; Veränderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit des Darlehensnehmers) und unternehmensbezogene Risiken (z. B. Qualitätsrisiken; Produktmängel; Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiken; Risiken aus Marken und Schutzrechten; Abhängigkeit von Partnerunternehmen, Schlüsselpersonen und qualifiziertem Personal; Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, unzureichendem Versicherungsschutz, aus der Gesellschafter- und/oder Konzernstruktur, aus der internen Organisation, aus Vermögensbewertungen und Steuernachforderungen).

      Diese und/oder weitere Risiken könnten sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Darlehensnehmers auswirken. Dem Darlehensnehmer könnten infolgedessen in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

      Bisherige Markt- oder Geschäftsentwicklungen sind keine Grundlage oder Indikator für zukünftige Entwicklungen.

    3. Kapitalstrukturrisiko

      Der Darlehensnehmer wird möglicherweise weitere Fremdkapitalfinanzierungen in Anspruch nehmen und daher Verpflichtungen eingehen, die (unabhängig von seiner Einnahmesituation) gegenüber den Forderungen der Nachrang-Darlehensgeber vorrangig zu bedienen sind.

  • Risiken auf Ebene des Anlegers
    1. Fremdfinanzierungsrisiko

      Dem Darlehensgeber können im Einzelfall in Abhängigkeit von den individuellen Umständen weitere Vermögensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Steuernachzahlungen. Wenn der Darlehensgeber die Darlehenssumme fremdfinanziert, indem er etwa einen privaten Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann es über den Verlust des investierten Kapitals hinaus zur Gefährdung des weiteren Vermögens des Darlehensgebers kommen. Das maximale Risiko des Darlehensgebers besteht in diesem Fall in einer Überschuldung, die im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Darlehensgebers führen kann. Dies kann der Fall sein, wenn bei geringen oder keinen Rückflüssen aus der Vermögensanlage der Darlehensgeber finanziell nicht in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsbelastung aus seiner Fremdfinanzierung zu bedienen. Der Darlehensnehmer rät daher von einer Fremdfinanzierung des Darlehensbetrags ab.

    2. Hinweis zu Risikostreuung und Vermeidung von Risikokonzentration

      Die Investition in den Nachrangdarlehensvertrag sollte aufgrund der Risikostruktur nur als ein Baustein eines diversifizierten (risikogemischten) Anlageportfolios betrachtet werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlusts. Durch eine Aufteilung des investierten Kapitals auf mehrere Anlageklassen und Projekte kann eine bessere Risikostreuung erreicht und „Klumpenrisiken“ können vermieden werden.

  • Hinweise des Plattformbetreibers
    1. Umfang der Projektprüfung durch den Plattformbetreiber

      Der Plattformbetreiber nimmt im Vorfeld des Einstellens eines Projekts auf der Plattform lediglich eine Prüfung nach formalen Kriterien vor. Das Einstellen auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar. Der Plattformbetreiber beurteilt nicht die Bonität des Darlehensnehmers und überprüft nicht die von diesem zur Verfügung gestellten Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Vollständigkeit oder ihre Aktualität

    2. Tätigkeitsprofil des Plattformbetreibers

      Der Plattformbetreiber übt keine Beratungstätigkeit aus und erbringt keine Beratungsleistungen. Insbesondere werden keine Finanzierungs- und/oder Anlageberatung sowie keine steuerliche und/oder rechtliche Beratung erbracht. Der Plattformbetreiber gibt Investoren keine persönlichen Empfehlungen zum Erwerb von Finanzinstrumenten auf Grundlage einer Prüfung der persönlichen Umstände des jeweiligen Investors. Die persönlichen Umstände werden nur insoweit erfragt, wie dies im Rahmen der Anlagevermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist, und lediglich mit dem Ziel, die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu erteilen, nicht aber mit dem Ziel, dem Investor eine persönliche Empfehlung zum Erwerb eines bestimmten Finanzinstruments auszusprechen.

    3. Informationsgehalt der Projektbeschreibung

      Das Projektprofil und die Projektbeschreibung auf der Plattform erheben nicht den Anspruch, alle Informationen zu enthalten, die für die Beurteilung der angebotenen Anlage erforderlich sind. Investoren sollten die Möglichkeit nutzen, dem Darlehensnehmer über die Plattform Fragen zu stellen, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren und fachkundige Beratung einzuholen, wenn sie unsicher sind, ob sie den Darlehensvertrag abschließen sollten. Da jeder Darlehensgeber mit seiner Darlehensvergabe persönliche Ziele verfolgen kann, sollten die Angaben und Annahmen des Darlehensnehmers unter Berücksichtigung der individuellen Situation sorgfältig geprüft werden.