50 Mini-Biogasanlagen für den häuslichen Gebrauch

Biogas erreicht in
8% Rendite
1% Vorlaufzins
5 Jahre Laufzeit
114,300€ benötigt
189t CO2 Einsparung
114,300€ von 184 Investoren
Fundingschwelle:94300
Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz:
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.


Hintergrund 

Bei dem hier vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Produktionserweiterung bzw. Unternehmensfinanzierung der Nagaro GmbH, einem Hersteller von kleinen Biogasanlagen für den häuslichen Gebrauch mit Sitz in Frankfurt. Der unmittelbare Zielmarkt von Nagaro umfasst die städtischen und ländlichen Gebiete in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen die Abfallwirtschaft aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums eine große Herausforderung darstellt. Nagaro sieht die dezentralen intelligenten Biogasanlagen aufgrund ihrer Flexibilität und vielfältigen Einsatzmöglichkeit dabei als praktikabelste Lösung für die organische Abfallwirtschaft. 

Für das Projekt wurde ein Kapitalbedarf von 100.000,00 € ermittelt, um die operativen Ausgaben des Unternehmens des nächsten Jahres einschließlich der fixen und variablen Kosten zu decken. Mit der geplanten Investition wird das Unternehmen in der Lage sein, eine Montagelinie zu entwickeln und 50 Einheiten von intelligenten Biogasanlagen herzustellen. Des Weiteren dient das Kapital der Anmietung einer Werkstatt und eines Büros sowie der Anschaffung von Werkstattausrüstung. Außerdem beinhaltet der Betrag Ausgaben im Bereich Marketing und Reisekosten. 

Technologie 

Das Unternehmen Nagaro ist ein Hersteller von kleinen Biogasanlagen für den häuslichen Gebrauch, sogenannte Smart Biogas Plants (SBP). Diese intelligenten Biogasanlagen sind einzigartig in der Hinsicht, dass sie mit einem solarbetriebenen Heiz- und Mischsystem ausgestattet werden können, welches die Biogasproduktion um ein Vielfaches steigert. Bereits 2015 installierte das Unternehmen seinen ersten Prototypen in Punjab, Pakistan. Bei der Biogastechnologie entsteht durch die anaerobe Vergärung von organischen Abfällen Methan, genannt Biogas, welches zum Kochen und zum Beheizen von Räumen und Wasser genutzt werden kann. Das Methan kann außerdem säckeweise verkauft werden, wie es bereits in Afrika praktiziert wird. Darüber hinaus kann der Gärrest als Biodünger genutzt werden. Dieser ersetzt Kunstdünger, spart somit Geld ein und rekultiviert darüber hinaus die Böden. Dieser Prozess verdeutlicht wiederum den Gedanken der Kreislaufwirtschaft von Nagaro. 

Die tragbare Smart Biogas Plant ist in mehreren Größen und Ausführungen erhältlich. Die Anlage, die mit dem beantragten Darlehen vorfinanziert werden soll, umfasst 1m3 Faulraumvolumen und ist in zwei Varianten lieferbar: Die automatische Variante SBP1-01A, bei welcher der Motor des Rührwerks durch das bei dieser Anlage integrierte Solarsystem angetrieben wird oder die manuelle Variante SBP1-01M, bei welcher die Kurbel des Rührwerks manuell betätigt werden muss. Bei dem durch Solarenergie motorisierten Rührwerk liefert Nagaro zusätzlich eine Handkurbel als Back-up, falls der Motor ausfallen sollte. Da nur ca. 10% der Solarenergie für den Betrieb der Anlage benötigt werden, kann der überschüssige Strom anderweitig genutzt werden, z.B. zum Laden von Mobiltelefonen oder zur Beleuchtung. 

Die eigentliche Biogasanlage besteht aus einem standardmäßigen Intermediate Bulk Container (IBC), bei welchem der innere Behälter Wasser- und Gasdichte garantiert, während der Stahlrohrrahmen die statische Kraft liefert, sodass der Behälter sich im unteren stark belasteten Bereich nicht verformt oder gar reißt. Der Behälter hat ein Bruttovolumen von 1.200 Litern, wovon 200 Liter auf den internen Gasraum entfallen. Die restlichen 1.000 Liter sind Faulraumvolumen, welches der Produktion des Gases dient. Nagaro integriert in seine SBP eine Vorzerkleinerung, ein Rührwerk und einen 750 Liter fassenden Gassack für die Gasspeicherung. Außerdem ist der Container so isoliert, dass die UV-Strahlung zur Erwärmung des Faulguts hineingelassen wird, jedoch kaum Wärme nach außen dringt. Das Isolieren, Rühren und die Quantität bzw. Qualität des Faulguts führen dazu, dass die Biogasanlage effizienter wird, d.h. das aus wenig Faulraumvolumen möglichst viel Gas gewonnen wird. 

Soziale Auswirkungen 

Es fallen täglich Tonnen von Abfällen an, die in Entwicklungs- und Schwellenländern oftmals auf Deponien oder auf die Straße geworfen werden. Neben den Siedlungsabfällen wird vor allem in den Dörfern Tierdünger in großen Mengen produziert, der meist zur Herstellung von Mistkuchen verwendet wird. Darüber hinaus verursachen die Abfälle schlechte Gerüche, Innenraumverschmutzung und Emissionen sowie gesundheitliche Probleme und Umweltschäden. 

Nagaro hat es sich zum Ziel gesetzt, städtische und abgelegene Gebiete mit Biogasanlagen zu versorgen, die es den Menschen ermöglichen, Abfall in Energie umzuwandeln. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, diese selbst erzeugte Energie zum Kochen und Heizen zu nutzen. Ebenso profitieren die Nutzer von der überschüssigen Solarenergie, die bei der automatischen Variante der SBP nicht zum Betreiben des Rührwerks benötigt wird. Damit können beispielsweise schädliche Kerosinlampen durch LED-Lampen ersetzt werden und somit die Produktivitätsstunden sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern erhöht werden. Darüber hinaus kann der anfallende Gärrest als Biodünger für den organischen Landbau und die Bodenkultivierung verwendet werden. Dies resultiert wiederum in einer nachhaltigen städtischen und ländlichen Entwicklung. Außerdem leistet Nagaro damit einen aktiven Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft. 

Klimaschutz 

In Entwicklungsländern werden die Abfälle, die jeden Tag von Haushalten, Restaurants oder anderen Quellen erzeugt werden, in der Regel auf Mülldeponien gelagert, wo sie sich zersetzen und Methan in die Atmosphäre abgeben. Methan ist eines der stärksten Treibhausgase und trägt maßgeblich zum globalen Klimawandel bei. Bei der Verbrennung von Methan als Brennstoff wird das Gas in Form von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigesetzt, dieses ist jedoch circa 21-mal weniger schädlich als CH4 (EPA, 2010). Nagaros Lösung bietet die Möglichkeit, dieses Methan aus dem Küchenabfall abzufangen und es beispielsweise zum Kochen zu nutzen. 

Bei diesem Projekt erfolgen die CO2-Einsparungen auf drei Arten: 

  • durch die Verbrennung des Methans, das bei Gärungsprozessen anfällt und welches 21-mal schädlicher ist als CO2 
  • durch die Substitution von Flüssiggas, welches vor dem Einsatz der SBP zum Kochen genutzt wurde 
  • durch die Nutzung des beim Gärungsprozess entstehenden Biodüngers anstelle von extra produziertem Mineraldünger
Insgesamt ergibt sich eine Emissionseinsparung in Höhe von 3.776 kg CO2 pro Jahr für jede SBP mit effektiver Gas- und Düngernutzung. Bei 50 Anlagen werden folglich 189 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr eingespart. Details können dem Energieberaterbericht entnommen werden. 


Derzeit befindet sich die Nagaro GmbH in der Expansionsphase und plant umfangreiche Investitionen, welche dem Unternehmen zu einem schnellen Wachstum verhelfen sollen. Mit dem geplanten Crowdfunding sollen folgende Investitionen realisiert werden: 

  1. die Vorfinanzierung des Materials für die Herstellung von 50 Biogasanlagen
  2. der Umzug in eine größere Werkstatt mit Ausstellungsraum inklusive der Anschaffung der notwendigen Geräte, Maschinen und Werkzeuge zur Herstellung der Biogasanlagen und ihrer Mehrwertprodukte. 
  3. für Geschmacksmuster und Wortmarke 

Zusätzlich dienen die Investitionen der Deckung von Marketing-, Vertriebs- und Reisekosten. 

Die intelligente Biogasanlage von Nagaro besteht aus einem Fermentertank aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) mit einem Kubikmeter Fassungsvermögen und einem Biogasspeicher. Der Fermenter hat eine einzigartige Eigenschaft, die nur Nagaros intelligente Biogasanlage bietet: ein solarbetriebenes Heiz- und Mischsystem, das die Biogasproduktionskapazität um bis zu 40% im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen steigern kann. Nagaro setzt weltweit als erstes Unternehmen dieses System in einer tragbaren Biogasanlage ein. Die intelligente Biogasanlagentechnik wurde in Zusammenarbeit mit Fachkräften der TU Bergakademie Freiberg mit verschiedenen Einsatzstoffen getestet und hat sich als sehr effizientes System sowohl auf dezentraler als auch auf semikommerzieller Ebene bewährt. Dabei wurde ein Biogas-Output von täglich durchschnittlich 1,1 bzw. 1,5 Kubikmeter pro SBP1-01 ermittelt, je nachdem, ob diese automatisch oder manuell betrieben wird. In Summe werden die 50 finanzierten Anlagen jährlich also zwischen 400.000 Litern und 550.000 Litern Biogas produzieren. Dies stellt einen sehr guten Wert dar, der durch das Umrühren und die relativ hohe Faulraumtemperatur erzielt wird. Die Speicherung des Gases erfolgt im angeschlossenen Gassack. Um den Endverbrauchern den richtigen Umgang mit der Biogasanlage näher zu bringen, hat Nagaro die Bedienungsanleitung auf jede Anlage aufgedruckt. Außerdem ist geplant, in Zusammenarbeit mit den Universitäten Polinema Indonesien und der Taita Taveta University (TTU) Kenia zusammen mit der TU Freiberg, Ausbildungslehrgänge sowohl für die Bedienung als auch für Wartung und den Service der Anlage anzubieten. Nagaro hat außerdem MOUs mit verschiedenen Institutionen in Nepal und Indonesien gezeichnet und plant weitere mit Institutionen in Mexiko, Kenia und Pakistan. In diesen MOUs wurde nicht nur festgelegt, gemeinsam einen Beitrag zum Biogas- und Clean Energy-Programm zu leisten, sondern es wurde auch die Abnahme von Biogasanlagen vereinbart. Mehr Details findet ihr im Businessplan.

Die Gesamtfundingsumme liegt bei 114.300 € und beinhaltet die bettervest Listing- und Treuhandgebühr. Das über bettervest eingesammelte Kapital dient der Produktionserweiterung bzw. Unternehmensfinanzierung der Nagaro GmbH. Die Anlage kostet Nagaro in Deutschland netto circa 380 € bzw. 500 € inkl. Solaranlage. Nagaro plant die SBP1-01A für 1.200 € und die SBP1-01M für 999 € auf dem Markt anzubieten. 

Nagaros Vertriebsmodell für Entwicklungs- und Schwellenländer ist auf zwei Säulen aufgebaut: 

  • direkter Online-Vertrieb an Privatpersonen, da diese für die Logistik leicht zugänglich sind 
  • Kooperation mit einem bestehenden Netzwerk aus Geschäftspartnern, die im Bereich nachhaltige Energien tätig sind und über die Nagaro Produkte absetzen kann 

Auf diese Weise schöpft Nagaro das Potential für höhere Margen im Vergleich zu anderen Geschäftsmodellen aus und hat die Möglichkeit, direktes Feedback zur Produktverbesserung zu erhalten. Mit Blick auf die aktuellen Aufträge und die Nachfrage aus Indonesien, Mexiko und Pakistan ist Nagaro dabei, die Produktion auf mittlerer Ebene zu starten, d.h. die intelligente Biogasanlage zu fertigen und in die jeweiligen Länder zu liefern. In Zukunft sollen auch Montagelinien in den jeweiligen Ländern mit Hilfe der Geschäftspartner aufgebaut werden. Dadurch werden die Grenzkosten der Produktion gesenkt und die Nachfrage schneller gedeckt. Darüber hinaus ist geplant, in den ersten fünf Betriebsjahren neben den 50 über bettervest finanzierten Biogasanlagen durch Refinanzierung mehrere hundert weitere Smart Biogasanlagen herzustellen. Auf diese Weise plant Nagaro in den nächsten fünf Jahren einen Umsatz in Höhe von durchschnittlich circa 670.000 € verzeichnen zu können, davon wird der Projektinhaber wiederum jährlich 28.627,17 € über fünf Jahre an die Crowd zurückzahlen, was einer zu erwartenden jährlichen Verzinsung von 8 % für die Investoren entspricht. Details können dem Cashflowplan entnommen werden.

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Unser Team eint die Faszination für den cradle-to-cradle-Ansatz, wonach es keine Abfälle gibt. Wir glauben an einen natürlichen Kreislauf und wollen einen Beitrag leisten, um die gravierendsten Menschheitsprobleme zu mindern.

Foto: Ronny Wächter - Geschäftsführer Nagaro GmbH

Ronny Wächter - Geschäftsführer Nagaro GmbH

Unternehmensportrait

Foto: Nagaro GmbH Nagaro GmbH

Die Nagaro GmbH ist ein in Deutschland eingetragenes Privatunternehmen, dessen Eigentümer und Management sich der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet haben. Der Fokus der Firma mit Sitz in Frankfurt liegt auf der Produktion von tragbaren und vorgefertigten intelligenten Biogasanlagen zur dezentralen Energieerzeugung unter Verwendung von Küchen- und anderen organischen Abfällen als Inputmaterial. Außerdem fungieren die Anlagen als integrierte Lösung für eine nachhaltige städtische und ländliche Bioabfallwirtschaft. Gründer und Geschäftsführer der Nagaro GmbH ist Herr Ronny Wächter, der sich als gelernter Bankfachmann seit vielen Jahren für saubere und erneuerbare Energien engagiert. Herr Muhammad Azim Khan Niazi hat einen Abschluss im internationalen Ressourcen- und Umweltmanagement und leitet bei Nagaro den Bereich International Business Development sowie die Produktentwicklung, Qualitätskontrolle und Sicherheit. Die Firma hat neben Deutschland Zweigstellen in Indonesien, Pakistan und Kenia. 2015 wurde der erste Prototyp der Biogasanlage in Punjab, Pakistan installiert, 2016 folgten zwei weitere in Deutschland, die zusätzlich mit einem Rührsystem ausgestattet wurden. 2017 bzw. 2018 wurden zwei Smart Biogasanlagen in Indonesien sowie vier SBPs in der TTU in Kenia installiert, die ebenfalls ein Rührwerk besitzen und der Konfiguration der 50 projektrelevanten Anlagen entsprechen. Zurzeit sind 20 weitere Biogasanlagen in Produktion, unter anderem für Indonesien und Mexiko. Auch wurde bereits in Nepal gearbeitet, ohne dass dort ein Prototyp des Anlagendesigns aufgestellt wurde. Darüber hinaus strebt Nagaro die Bereitstellung von Mehrwertprodukten an, die Biogas und Biodünger nutzen können. Zum Beispiel Maschinen zur Milchkühlung, Käseherstellung, Obsttrocknung und Richtlinien für die Katzenfischzucht mit Gärresten oder Gülle. Nagaro verfügt über sehr gute Verbindungen und professionelle Netzwerke mit verschiedenen lokalen und internationalen Behörden, die sich für die Förderung grüner Energietechnologien einsetzen, beispielsweise arbeitet das Unternehmen mit der TU Bergakademie Freiberg zusammen. Nagaro hat außerdem ein Netzwerk aus Geschäftspartnern in Nepal und Indonesien aufgebaut, die ebenfalls im Bereich der grünen Energie tätig sind und über die Nagaro seine Biogasanlagen absetzen kann, und ist des Weiteren in Gesprächen mit potentiellen Geschäftspartnern in Pakistan, Kenia und Mexiko.


Nagaro GmbH | Barckhausstraße 10 | 60325 Frankfurt am Main
Geschäftsführer Ronny Wächter
+49 (0) 69 2562866-50 | ronny.waechter@nagaro.com

Risikohinweise

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Allgemeine Risiken und Risiken aus der Ausgestaltung der Nachrangdarlehen

  1. Maximales Risiko – Totalverlustrisiko

    Es besteht das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals und der Zinsen. Individuell können dem Darlehensgeber zusätzliche Vermögensnachteile, z.B. durch Kosten für Steuernachzahlungen, entstehen. Deshalb ist das Darlehen nur als Beimischung in ein Anlageportfolio geeignet. Die Darlehensvergabe ist nur für Investoren geeignet, die einen entstehenden Verlust bis zum Totalverlust ihrer Kapitalanlage hinnehmen könnten. Das Darlehen ist nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das Risiko einer Nachschusspflicht oder einer sonstigen Haftung, die über den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgeht, besteht dagegen nicht.

  2. Nachrangrisiko und unternehmerischer Charakter der Beteiligung

    Bei dem Darlehensvertrag handelt es sich um ein Darlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt (siehe näher Ziffer 9 des Darlehensvertrags). Sämtliche Ansprüche des Darlehensgebers (Investors) aus dem Darlehensvertrag – insbesondere die Ansprüche auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen – („Nachrangforderungen“ ) können gegenüber dem Darlehensnehmer nicht geltend gemacht werden, wenn dies für den Darlehensnehmer einen Insolvenzgrund herbeiführen würde. Das bedeutet, dass die Zahlung von Zins und Tilgung des Darlehens keine Insolvenz des Darlehensnehmers auslösen darf. Dann dürften weder Zinsen noch Tilgungszahlungen an die Darlehensgeber geleistet werden. Die Nachrangforderungen des Darlehensgebers treten außerdem im Falle der Durchführung eines Liquidationsverfahrens und im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers im Rang gegenüber sämtlichen gegenwärtigen und künftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger des Darlehensnehmers zurück, das heißt, der Darlehensgeber wird mit seinen Forderungen zwar vor den Gesellschaftern, aber erst nach vollständiger und endgültiger Befriedigung sämtlicher anderer Gläubiger des Darlehensnehmers (mit Ausnahme anderer Rangrücktrittsgläubiger) berücksichtigt.

    Der Darlehensgeber trägt daher ein unternehmerisches Risiko, das höher ist als das Risiko eines regulären Fremdkapitalgebers. Der Darlehensgeber wird dabei nicht selbst Gesellschafter des Darlehensnehmers und erwirbt keine Gesellschafterrechte. Es handelt sich nicht um eine sogenannte mündelsichere Beteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion.

    Der qualifizierte Rangrücktritt könnte sich wie folgt auswirken: Der Darlehensnehmer würde die Zins- und Tilgungszahlung bei Insolvenznähe so lange aussetzen müssen, wie er dazu verpflichtet ist. Der Darlehensgeber dürfte seine Forderungen bei Fälligkeit nicht einfordern. Der Darlehensgeber müsste eine Zinszahlung, die er trotz der Nachrangigkeit zu Unrecht erhalten hat, auf Anforderung an den Darlehensnehmer zurückgeben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Darlehensgeber die Zinszahlungen ebenso wie die Tilgungszahlungen im Ergebnis aufgrund des Nachrangs nicht oder nicht rechtzeitig erhält oder zurückzuzahlen hat. Zudem könnte es sein, dass der Darlehensgeber für bereits gezahlte Zinsen Steuern entrichten muss, obwohl er zur Rückzahlung der erhaltenen Beträge verpflichtet ist.

  3. Fehlende Besicherung der Darlehen

    Da das Darlehen unbesichert ist, könnte der Darlehensgeber im Insolvenzfall des Darlehensnehmers weder seine Forderung auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals noch seine Zinszahlungsansprüche aus Sicherheiten befriedigen. Im Insolvenzfall könnte dies dazu führen, dass die Ansprüche der einzelnen Darlehensgeber nicht oder nur zu einem geringeren Teil durchgesetzt werden können. Dies könnte dazu führen, dass Zins- oder Tilgungszahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden können oder dass es zum teilweisen oder vollständigen Verlust des investierten Kapitals kommt.

  4. Veräußerlichkeit (Fungibilität), Verfügbarkeit des investierten Kapitals, langfristige Bindung

    Die Darlehensverträge sind mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Eine vorzeitige ordentliche Kündigung durch den Darlehensgeber ist nicht vorgesehen. Nachrangdarlehen sind keine Wertpapiere und auch nicht mit diesen vergleichbar. Derzeit existiert kein liquider Zweitmarkt für die abgeschlossenen Darlehensverträge. Eine Veräußerung des Darlehens durch den Darlehensgeber ist zwar grundsätzlich rechtlich möglich. Die Möglichkeit zum Verkauf ist jedoch aufgrund der geringen Marktgröße und Handelsvolumina nicht sichergestellt. Es ist auch möglich, dass eine Abtretung nicht zum Nennwert der Forderung erfolgen kann. Es könnte also sein, dass bei einem Veräußerungswunsch kein Käufer gefunden wird oder der Verkauf nur zu einem geringeren Preis als gewünscht erfolgen kann. Das investierte Kapital kann daher bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit gebunden sein.

  5. Mögliche Verlängerung der Kapitalbindung

    Da es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt, darf das Darlehen nur zurückgezahlt werden, wenn dies bei dem Darlehensnehmer nicht zur Zahlungsunfähigkeit führen würde. Wäre dies der Fall, verlängerte sich die Laufzeit des Darlehens automatisch bis zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Zustand nicht mehr bestünde. Die Anlage ist damit für Darlehensgeber, die darauf angewiesen sind, exakt zum geplanten Laufzeitende ihr Geld zurück zu erhalten, nicht empfehlenswert.

  • Risiken auf Ebene des Darlehensnehmers
    1. Geschäfts- und Ausfallrisiko des Darlehensnehmers

      Der Darlehensgeber trägt das Risiko einer nachteiligen Geschäftsentwicklung des Darlehensnehmers. Es besteht das Risiko, dass dem Darlehensnehmer in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und die Darlehensvaluta zurückzuzahlen.

      Weiterhin trägt der Darlehensgeber das Risiko der Insolvenz des Darlehensnehmers. Der Darlehensnehmer kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Darlehensnehmer geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder wenn er eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann. Die Insolvenz des Darlehensnehmers kann zum Verlust des Investments des Darlehensgebers und der Zinsen führen, da der Darlehensnehmer keinem Einlagensicherungssystem angehört.

      Weder der wirtschaftliche Erfolg der zukünftigen Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers noch der Erfolg der finanzierten energetischen Maßnahme können mit Sicherheit vorhergesehen werden. Der Darlehensnehmer kann Höhe und Zeitpunkt von Zuflüssen weder zusichern noch garantieren.

    2. Risiken aus der Geschäftstätigkeit und der Durchführung des finanzierten Projekts

      Verschiedene Risikofaktoren können die Fähigkeit des Darlehensnehmers beeinträchtigen, seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachzukommen. Dies sind zum einen Risiken aus der Durchführung des finanzierten Projekts. Die geplante energetische Maßnahme könnte komplexer sein als erwartet. Es könnten unerwartete und/oder höhere Umsetzungsrisiken auftreten und/oder Geschäftsprozesse mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein als erwartet. Es könnten Planungsfehler zutage treten oder Vertragspartner des Darlehensnehmers mangelhafte Leistungen erbringen. Es könnte sich herausstellen, dass Annahmen, auf denen die Projektplanung basiert, fehlerhaft sind. Erforderliche Genehmigungen könnten nicht erteilt werden. Es könnten unbekannte Umweltrisiken oder Altlasten bestehen. Es könnte zu Verzögerungen im geplanten Projektablauf und/oder zu Problemen bei der Erzielung von Einnahmen in der geplanten Höhe oder zum geplanten Zeitpunkt kommen. Ein etwaiger Versicherungsschutz könnte sich als nicht ausreichend erweisen. Die rechtlichen Anforderungen könnten sich verändern und dadurch könnten Änderungen oder zusätzliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt erforderlich werden, was zu Mehrkosten und/oder zeitlichen Verzögerungen führen könnte. Bei Leistungen, die Dritten gegenüber erbracht werden, könnten diese Gewährleistungsansprüche geltend machen, ohne dass der Darlehensnehmer Regressansprüche gegen eigene Zulieferer durchsetzen kann. Auch weitere Faktoren können sich nachteilig auf den Projekterfolg auswirken, wie etwa die Entwicklung des Strompreises oder des Preises anderer Energieträger, des Marktumfelds, der Nachfrage- und Absatzsituation, von Lieferantenbeziehungen, des politischen Umfelds und politischer Verhältnisse, von Umweltrisiken, Länder- und Wechselkursrisiken sowie Wettbewerbern.

      Daneben ist die allgemeine Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers mit Risiken verbunden, wie etwa marktbezogenen Risiken (z. B. Nachfrage- und Absatzrückgang; Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen großer Abnehmer; [Insolvenzen von Kunden, bei denen energetische Maßnahmen durchgeführt werden, aus deren Einnahmen Zins- und Tilgungszahlungen finanziert werden sollen;] Kostenerhöhungen und Kapazitätsengpässe auf Beschaffungsseite; politische Veränderungen; Zins- und Inflationsentwicklungen; Länder- und Wechselkursrisiken; Veränderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit des Darlehensnehmers) und unternehmensbezogene Risiken (z. B. Qualitätsrisiken; Produktmängel; Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiken; Risiken aus Marken und Schutzrechten; Abhängigkeit von Partnerunternehmen, Schlüsselpersonen und qualifiziertem Personal; Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, unzureichendem Versicherungsschutz, aus der Gesellschafter- und/oder Konzernstruktur, aus der internen Organisation, aus Vermögensbewertungen und Steuernachforderungen).

      Diese und/oder weitere Risiken könnten sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Darlehensnehmers auswirken. Dem Darlehensnehmer könnten infolgedessen in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

      Bisherige Markt- oder Geschäftsentwicklungen sind keine Grundlage oder Indikator für zukünftige Entwicklungen.

    3. Kapitalstrukturrisiko

      Der Darlehensnehmer wird möglicherweise weitere Fremdkapitalfinanzierungen in Anspruch nehmen und daher Verpflichtungen eingehen, die (unabhängig von seiner Einnahmesituation) gegenüber den Forderungen der Nachrang-Darlehensgeber vorrangig zu bedienen sind.

  • Risiken auf Ebene des Anlegers
    1. Fremdfinanzierungsrisiko

      Dem Darlehensgeber können im Einzelfall in Abhängigkeit von den individuellen Umständen weitere Vermögensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Steuernachzahlungen. Wenn der Darlehensgeber die Darlehenssumme fremdfinanziert, indem er etwa einen privaten Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann es über den Verlust des investierten Kapitals hinaus zur Gefährdung des weiteren Vermögens des Darlehensgebers kommen. Das maximale Risiko des Darlehensgebers besteht in diesem Fall in einer Überschuldung, die im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Darlehensgebers führen kann. Dies kann der Fall sein, wenn bei geringen oder keinen Rückflüssen aus der Vermögensanlage der Darlehensgeber finanziell nicht in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsbelastung aus seiner Fremdfinanzierung zu bedienen. Der Darlehensnehmer rät daher von einer Fremdfinanzierung des Darlehensbetrags ab.

    2. Hinweis zu Risikostreuung und Vermeidung von Risikokonzentration

      Die Investition in den Nachrangdarlehensvertrag sollte aufgrund der Risikostruktur nur als ein Baustein eines diversifizierten (risikogemischten) Anlageportfolios betrachtet werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlusts. Durch eine Aufteilung des investierten Kapitals auf mehrere Anlageklassen und Projekte kann eine bessere Risikostreuung erreicht und „Klumpenrisiken“ können vermieden werden.

  • Hinweise des Plattformbetreibers
    1. Umfang der Projektprüfung durch den Plattformbetreiber

      Der Plattformbetreiber nimmt im Vorfeld des Einstellens eines Projekts auf der Plattform lediglich eine Prüfung nach formalen Kriterien vor. Das Einstellen auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar. Der Plattformbetreiber beurteilt nicht die Bonität des Darlehensnehmers und überprüft nicht die von diesem zur Verfügung gestellten Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Vollständigkeit oder ihre Aktualität

    2. Tätigkeitsprofil des Plattformbetreibers

      Der Plattformbetreiber übt keine Beratungstätigkeit aus und erbringt keine Beratungsleistungen. Insbesondere werden keine Finanzierungs- und/oder Anlageberatung sowie keine steuerliche und/oder rechtliche Beratung erbracht. Der Plattformbetreiber gibt Investoren keine persönlichen Empfehlungen zum Erwerb von Finanzinstrumenten auf Grundlage einer Prüfung der persönlichen Umstände des jeweiligen Investors. Die persönlichen Umstände werden nur insoweit erfragt, wie dies im Rahmen der Anlagevermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist, und lediglich mit dem Ziel, die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu erteilen, nicht aber mit dem Ziel, dem Investor eine persönliche Empfehlung zum Erwerb eines bestimmten Finanzinstruments auszusprechen.

    3. Informationsgehalt der Projektbeschreibung

      Das Projektprofil und die Projektbeschreibung auf der Plattform erheben nicht den Anspruch, alle Informationen zu enthalten, die für die Beurteilung der angebotenen Anlage erforderlich sind. Investoren sollten die Möglichkeit nutzen, dem Darlehensnehmer über die Plattform Fragen zu stellen, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren und fachkundige Beratung einzuholen, wenn sie unsicher sind, ob sie den Darlehensvertrag abschließen sollten. Da jeder Darlehensgeber mit seiner Darlehensvergabe persönliche Ziele verfolgen kann, sollten die Angaben und Annahmen des Darlehensnehmers unter Berücksichtigung der individuellen Situation sorgfältig geprüft werden.