Solare Wasserentsalzungsanlage auf Wasini Island, Kenia

Solar erreicht in
8% Rendite
0% Vorlaufzins
3 Jahre Laufzeit
127,200€ benötigt
790t CO2 Einsparung
127,200€ von 219 Investoren
Fundingschwelle:65000
Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz:
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Unter Umständen wird der zweite Kiosk nicht auf Wasini Island, sondern ca. 20 Kilometer südlich von Nairobi in Mlolongo in Form einer Wasseraufbereitungsanlage von Brunnenwasser installiert werden. Die Rahmenbedingungen bleiben die Gleichen. Die Entscheidung dazu wird im Januar getroffen werden.

Hintergrund

Bei dem hier vorliegenden Crowdinvesting-Projekt handelt es sich um die Finanzierung von zwei mittels Solarenergie betriebener Wasseraufbereitungsanlagen des Berliner Technologie-Startups Boreal Light GmbH. Die Anlagen werden in Form zweier „Wasserkioske“ zur Trinkwasserversorgung der lokalen Bevölkerung in Kenia installiert werden. Die Wasserkioske bestehen aus einer Umkehrosmose-Anlage zur Wasseraufbereitung, einer Solaranlage zur Stromversorgung der Kioske sowie einem Verkaufsstand, von dem aus das Wasser an die lokale Bevölkerung verkauft werden soll. 

Technologie 

Die Umkehrosmose (RO von Reverse Osmosis) ist das gängigste Verfahren zur Meerwasserentsalzung bzw. zur Wasseraufbereitung. Während der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran gedrückt, welche Wassermoleküle durchlässt und Salzbestandteile bzw. Bakterien und Viren zurückhält. So erhält man eine Auftrennung der ursprünglichen Lösung in sauberes Wasser und gelöste Stoffe. Da die Porengröße der Membran im Nanobereich liegt, werden neben den Salzbestandteilen auch Bakterien und Viren sowie Gifte und Schwermetalle aus dem Wasser gefiltert. Als Endprodukt erhält man sauberes Trinkwasser. 

Da auf Wasini keine öffentliche Stromversorgung vorhanden ist, zum Betrieb der Anlage aber Elektrizität benötigt wird, werden die Solarkioske von einer Solaranlage mit Batteriespeicher versorgt. Neben dem Betrieb der Wasseraufbereitungsanlage wird die Solaranlage ausreichend Elektrizität für weitere Services produzieren. Diese sollen aus dem Wasserkiosk heraus erbracht werden und beinhalten das Laden von Handys und Radios, außerdem gibt es einen Internet-Hotspot und es wird eine kleine Bücherei betrieben. 

Soziale Auswirkungen 

Die Errichtung der Wasserkioske wird vielfältige positive Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben. Allem voran wird sich der Preis für sauberes Trinkwasser von ca. 3 bis 5 kenianische Schilling (KES) auf 1,5 bis 2 KES halbieren. Derzeit wird Trinkwasser entweder zum zuvor genannten Preis vom Festland aus bezogen oder durch das Sammeln und Abkochen von Regenwasser gewonnen. Feuerholz zum Abkochen des Wassers wird aus dem lokalen Wald gewonnen, was wiederum zur Entwaldung und zum Verlust von Biodiversität führt. Außerdem wird beim Verbrennen des Holzes nicht nur CO2 erzeugt, die entstehenden Dämpfe schädigen auch die Gesundheit der Frauen, die traditionell für die Wasserversorgung der Familien verantwortlich sind. Durch das Abkochen von Wasser werden zudem Keime wie beispielsweise Hepatitis-Erreger oder Salmonellen nicht aus dem Wasser entfernt. Außerdem führt das tagelange Aufbewahren von Trinkwasser oftmals zur Rekontamination des Wassers. Ein weiterer Vorteil, den die Installation der Kioske mit sich bringt, ist, dass zusätzlich je installiertem Kiosk drei Arbeitsstellen entstehen.

Die Position des Betreibers für beide Kioske wird Frauen der Gemeinde vorbehalten sein, um die Position der Frau im Sozialgefüge zu stärken. Zudem wird im Kiosk ein Wi-Fi-Hotspot mit 1,5 km Reichweite eingerichtet und gegen eine monatliche Gebühr an einen lokalen Internetdienstanbieter vermietet. 

Durch die Bereitstellung der bereits erwähnten Services werden die Kioske außerdem als kommunaler Treffpunkt fungieren. Diese Infrastruktur wird unternehmerische Möglichkeiten für die lokale Bevölkerung schaffen und im Großen und Ganzen zu einer substantiellen Verbesserung der Lebensumstände auf Wasini führen.

Klimaschutz 

Die Wasserkioske werden CO2-neutral mit einer Solaranlage betrieben. Das CO2-Einsparpotential für dieses Projekt wurde unter der Annahme berechnet, dass die Alternative für die Wasserkioske eine Wasseraufbereitung mittels Abkochen von Wasser unter Verwendung von Biomasse (Holz) ist. Insgesamt würden für das Abkochen von 3.240.000 Litern Wasser, der voraussichtlichen jährlichen Verkaufsmenge der beiden Kioske, 2.025.000 kWh Energie benötigt. Unter Berücksichtigung eines spezifischen Kohlenstoff-Emissionsfaktors von Holz in Höhe von 0,39 kg/CO2 pro kWh, ergibt sich ein jährliches CO2-Einsparpotential von mindestens 790 Tonnen.

Kenia ist ein wirtschaftlich aufstrebendes Land, mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 5 %. Doch wie viele weitere afrikanische Länder sieht sich Kenia mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen die fortschreitende Entwaldung, Bodenerosion, Wüstenbildung sowie Wasserknappheit und verminderte Wasserqualität. Gemäß internationalen Kriterien zählt das Land zu den „wasserarmen“ Staaten. Gründe, die zu dieser prekären Situation beitragen, sind die Zerstörung der wichtigsten Wassereinzugsgebiete, die durch den Klimawandel immer unregelmäßigeren und regional sehr ungleich verteilten Niederschläge sowie die starke Verschmutzung von Wasserressourcen durch ungeklärte Industrie- und Haushaltsabwässer. Derzeit geht man davon aus, dass in Kenia lediglich die Hälfte der städtischen Bevölkerung über Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu hygienischen Basissanitäreinrichtungen verfügt. In ländlichen Gebieten fällt diese Zahl noch deutlich geringer aus. Dem gegenüber steht eine auf Grund der zunehmenden Urbanisierung und der wachsenden Bevölkerung stetig ansteigende Nachfrage nach Wasser (Quelle). Die unzureichende Versorgung mit Trinkwasser führt zudem dazu, dass durch Wasser hervorgerufene Krankheiten eine der wesentlichen Gesundheitsgefährdungen für die kenianische Bevölkerung darstellen. Besonders betroffen sind dabei einkommensschwache Bevölkerungsschichten – hier insbesondere Frauen und Kinder. Im ländlichen Kenia sind Durchfallerkrankungen eine der Hauptursachen für Mortalität bei Kindern unter 5 Jahren. 

In diesem Kontext möchte die Boreal Light GmbH zur Trinkwasserversorgung der lokalen Bevölkerung nun zwei Wasserkioske in Kenia installieren. Das Berliner Technologieunternehmen hat diese Kioske, bestehend aus einer Wasseraufbereitungseinheit und einer Solaranlage inklusive Batteriespeicher, speziell für die Anwendung in nicht-elektrifizierten ländlichen Regionen entwickelt. Jeder der beiden Kioske verfügt über eine Aufbereitungskapazität von ca. 5.000 Litern pro Tag.

Boreal Light wird das Projekt in Zusammenarbeit mit dem in Nairobi ansässigen und auf die Projektierung von nachhaltigen Energiesystemen spezialisierten Projektentwickler Kijani Technologies Ltd. durchführen. Kijanis Portfolio beinhaltet Photovoltaiksysteme, Wasser- und Windkraftanlagen sowie Energieeffizienztechnologien. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Boreal den Wasserkiosk und die dazugehörige Wasserinfrastruktur liefern. Kijani ist für den Betrieb des Wasserkiosks verantwortlich und kümmert sich um die Instandhaltung und das Management des Betriebspersonals. 

Jeder der beiden Wasserkioske wird dauerhaft drei Personen beschäftigen, zwei Wasserkiosk-Betreiber und einen Wachmann, um die Sicherheit des Kiosks während der Nacht zu gewährleisten. Die beiden Betreiber sind für den laufenden Betrieb des Kiosks verantwortlich. Dies beinhaltet insbesondere den Verkauf sowie das Waschen und Befüllen der Wasserbehälter. Außerdem sollen aus dem Kiosk weitere Waren verkauft und Dienstleistungen wie das Laden von Handys und Radios angeboten werden. Der Betreiber zahlt im Gegenzug eine geringe monatliche Miete. Die Position des Betreibers für beide Kioske wird Frauen der Gemeinde vorbehalten sein, um die Position der Frau im Sozialgefüge zu stärken. Zudem wird im Kiosk ein Wi-Fi-Hotspot mit 1,5 km Reichweite eingerichtet und gegen eine monatliche Gebühr an einen lokalen Internetdienstanbieter vermietet. 

Es ist geplant das Trinkwasser zu einem Preis von 1,5 bis 2 kenianische Schilling (KES) an die lokale Bevölkerung zu verkaufen. Bisher beziehen die Menschen auf Wasini Wasser zu einem Preis von ca. 3 bis 5 KES. Alternativ wird von den Bewohnern der Inseln auch Regenwasser aufgefangen und unter der Verwendung von auf der Insel gesammelter Biomasse (Holz) abgekocht. Letzteres stellt eine starke Belastung für die lokale Umwelt dar sowie auch für die Gesundheit der Frauen, die traditionell für die Wasserversorgung der Familien verantwortlich sind und während des Abkochens gesundheitsbelastende Dämpfe einatmen. Die Wasserkioske stellen somit gleichzeitig eine ökonomisch sinnvolle, umweltentlastende und gesundheitsschonende Alternative dar. 

Weitere technische und wirtschaftliche Spezifikationen können dem Energieberater Bericht entnommen werden.

Die Fundingsumme des vorliegenden Crowdfunding-Projektes liegt bei 127.200 € und teilt sich auf in den eigentlichen Darlehensbetrag in Höhe von 113.500 €, die Listing-Gebühren für die bettervest-Plattform in Höhe von 12.720 € und die Treuhändergebühr in Höhe von 954 €. Den Investoren wird eine Rendite von 8 % über eine Laufzeit von 3 Jahren angeboten. Die Rendite zahlt der Projektinhaber aus den Einnahmen, die durch den Verkauf des Wassers sowie der weiteren Produkte und Dienstleistungen, die in den Kiosken angeboten werden, erzielt werden. Die Fundingschwelle liegt bei 65.000 €, das heißt, das Projekt gilt auch als erfolgreich finanziert, wenn nur dieser Betrag eingesammelt wird. 

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1) In welchem Zusammenhang stehen Boreal Light und Winture?

Antwort: Winture ist der Markenname aller Systeme, die von der Boreal Light GmbH entwickelt und geliefert werden. Winture sichert dem Unternehmen und seinen Kunden ein Win-Win-Abenteuer (win-win adventure), daher die Namensgebung.


2) Was passiert mit dem Permeat, welches, wie auf Seite 9 des Energieberaterberichts erwähnt, entsorgt werden sollte?

AntwortDas Permeat ist im Grunde genommen Solewasser. In großen Umkehrosmose-Systemen kann diese zu einem Umweltproblem werden, da die maximale Menge, die ins Meer zurückgeführt werden sollte, 2.000 Liter pro Tag beträgt. Die Menge an Solewasser, die im Falle der Umkehrosmose-Anlagen anfällt, welche auf der Insel Wasini installiert werden sollen, ist minimal. In diesem Fall ist beabsichtigt, das Solewasser für sanitäre Zwecke zu verwenden, da der hohe Salzgehalt dieses Wassers zur Abtötung von Bakterien genutzt werden kann. 


3) Handelt es sich bei der in diesem Projekt installierten Anlagen um ein einstufiges oder ein mehrstufiges Umkehrosmose-System?

AntwortBei den Anlagen handelt es sich um einstufige Umkehrosmoseanlagen. Mehrstufige Umkehrosmoseanlagen verwenden das Permeat wieder, um die Menge an Solewasser zu reduzieren. Mehrstufige Systeme sind eher für größere Umkehrosmoseanlagen gedacht, da bei kleinen Anlagen die Menge an Solewasser minimal ist.


4) Wie hoch ist die Temperatur des Meerwassers (Speisewassers) auf Wasini Island?

Antwort: Die Temperatur des Meerwassers (Speisewasser) auf der Insel Wasini beträgt je nach Jahreszeit zwischen 25 und 28 Grad Celsius. Höhere Temperaturen des Speisewassers sind von Vorteil, da der Energieverbrauch der Anlage sinkt und der Salzgehalt leichter ausgeschieden werden kann.


5) Aus welchem Material ist der Kiosk hergestellt?

AntwortDer Kiosk selbst besteht aus Aluminium. Aluminium ist korrosionsbeständig, jedoch sind alle Teile, die dem Meerwasser ausgesetzt sind, entweder aus rostfreiem Stahl, der ausgezeichnete Korrosionsschutzeigenschaften besitzt, oder aus festem Kunststoff.

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Mit diesem Projekt wollen wir eine nachhaltige Trinkwasserlösung zu erschwinglichen Preisen für diejenigen schaffen, die es am meisten benötigen.

Foto: Gesellschafter - Dr. Hamed Beheshtijou

Gesellschafter - Dr. Hamed Beheshtijou

Unternehmensportrait

Foto: Boreal Light GmbH Boreal Light GmbH

Die 2014 gegründete und seit Mitte 2015 operativ tätige Boreal Light GmbH liefert kostengünstige Trinkwasseraufbereitungsanlagen an netzferne Gemeinden in Küstenregionen der Welt. Die erschwinglichen solaren Meerwasserentsalzungsanlagen von Boreal Light sind in der Lage, hygienisches Trinkwasser zu den geringstmöglichen Kosten zu liefern. Sie sind zudem wartungsarm, extrem einfach zu bedienen und mit Fernüberwachungsfunktion und Mobile Payment ausgestattet. Die Boreal Light GmbH hat die Umkehrosmose, die ausgereifteste und am weitesten verbreitete Entsalzungstechnologie, vereinfacht und macht die oft als teuer bekannte Technologie erschwinglich. Darüber hinaus verwendet Boreal Light einen Solarfrequenzumrichter, um die Pumpen und Motoren des Wasserkiosks direkt mit Solarstrom betreiben zu können, ohne dass eine Batteriebank benötigt wird. Der Marktfokus des Unternehmens liegt derzeit auf Ostafrika und Mittelamerika. In Kenia arbeitet Boreal Light mit zwei lokalen Partnern zusammen, die für die Geschäftsentwicklung und den Betrieb der Anlagen zuständig sind. Das Unternehmen wurde bereits von namenhaften Organisationen wie Oxfam, WASH International und CARE International bezüglich der Projektierung von Wasseraufbereitungssystemen angesprochen. Derzeit beschäftigt die im Berliner Wissenschafts- und Technologiezentrum Adlershof ansässige Boreal Light GmbH vier festangestellte Mitarbeiter und fünf freie Techniker, darunter Gründer und Geschäftsführer Ali Al-Hakim, der die Produkte entwickelt und Leiter der Produktion ist. Herr Al-Hakim hat Maschinenbau an der TU Berlin studiert und war Entwicklungsingenieur für endoskopische Geräte bei einem Berliner Unternehmen. Seit 2015 arbeitet er an der Entwicklung und Produktion von Solar-Wasserntsalzungsanlagen und Wasseraufbereitungsanlagen für die Boreal Light GmbH. Sein Geschäftpartner und Projektleiter Dr. Hamed Beheshti ist für die kaufmännische Abwicklung sowie die lokale Installation und den laufenden Betrieb der Anlagen als Projektmanager zuständig. Dr. Hamed Beheshti hat durch seine Tätigkeit als Projektmanager und Leiter der Geschäftsentwicklung bei verschiedenen international tätigen Unternehmen mehr als 10 Jahre Erfahrungen im Bereich erneuerbare Energien sammeln können. Neben einem Bachelor in Politikwissenschaften der Universität Teheran, verfügt Herr Beheshti über einen Master Abschluss im Bereich Umweltwissenschaften an der Amerikanischen Universität in Beirut sowie über einen Doktortitel der Freien Universität Berlin, den er als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung im Bereich Renewable Energy Policy Planning erworben hat.


Boreal Light GmbH | Johann Hittorf Strasse 8 | 12489 Berlin
Geschäftsführer Ali Al-Hakim
+49 174 4453532 | info@boreallight.com

Risikohinweise

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Allgemeine Risiken und Risiken aus der Ausgestaltung der Nachrangdarlehen

  1. Maximales Risiko – Totalverlustrisiko

    Es besteht das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals und der Zinsen. Individuell können dem Darlehensgeber zusätzliche Vermögensnachteile, z.B. durch Kosten für Steuernachzahlungen, entstehen. Deshalb ist das Darlehen nur als Beimischung in ein Anlageportfolio geeignet. Die Darlehensvergabe ist nur für Investoren geeignet, die einen entstehenden Verlust bis zum Totalverlust ihrer Kapitalanlage hinnehmen könnten. Das Darlehen ist nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das Risiko einer Nachschusspflicht oder einer sonstigen Haftung, die über den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgeht, besteht dagegen nicht.

  2. Nachrangrisiko und unternehmerischer Charakter der Beteiligung

    Bei dem Darlehensvertrag handelt es sich um ein Darlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt (siehe näher Ziffer 9 des Darlehensvertrags). Sämtliche Ansprüche des Darlehensgebers (Investors) aus dem Darlehensvertrag – insbesondere die Ansprüche auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen – („Nachrangforderungen“ ) können gegenüber dem Darlehensnehmer nicht geltend gemacht werden, wenn dies für den Darlehensnehmer einen Insolvenzgrund herbeiführen würde. Das bedeutet, dass die Zahlung von Zins und Tilgung des Darlehens keine Insolvenz des Darlehensnehmers auslösen darf. Dann dürften weder Zinsen noch Tilgungszahlungen an die Darlehensgeber geleistet werden. Die Nachrangforderungen des Darlehensgebers treten außerdem im Falle der Durchführung eines Liquidationsverfahrens und im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers im Rang gegenüber sämtlichen gegenwärtigen und künftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger des Darlehensnehmers zurück, das heißt, der Darlehensgeber wird mit seinen Forderungen zwar vor den Gesellschaftern, aber erst nach vollständiger und endgültiger Befriedigung sämtlicher anderer Gläubiger des Darlehensnehmers (mit Ausnahme anderer Rangrücktrittsgläubiger) berücksichtigt.

    Der Darlehensgeber trägt daher ein unternehmerisches Risiko, das höher ist als das Risiko eines regulären Fremdkapitalgebers. Der Darlehensgeber wird dabei nicht selbst Gesellschafter des Darlehensnehmers und erwirbt keine Gesellschafterrechte. Es handelt sich nicht um eine sogenannte mündelsichere Beteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion.

    Der qualifizierte Rangrücktritt könnte sich wie folgt auswirken: Der Darlehensnehmer würde die Zins- und Tilgungszahlung bei Insolvenznähe so lange aussetzen müssen, wie er dazu verpflichtet ist. Der Darlehensgeber dürfte seine Forderungen bei Fälligkeit nicht einfordern. Der Darlehensgeber müsste eine Zinszahlung, die er trotz der Nachrangigkeit zu Unrecht erhalten hat, auf Anforderung an den Darlehensnehmer zurückgeben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Darlehensgeber die Zinszahlungen ebenso wie die Tilgungszahlungen im Ergebnis aufgrund des Nachrangs nicht oder nicht rechtzeitig erhält oder zurückzuzahlen hat. Zudem könnte es sein, dass der Darlehensgeber für bereits gezahlte Zinsen Steuern entrichten muss, obwohl er zur Rückzahlung der erhaltenen Beträge verpflichtet ist.

  3. Fehlende Besicherung der Darlehen

    Da das Darlehen unbesichert ist, könnte der Darlehensgeber im Insolvenzfall des Darlehensnehmers weder seine Forderung auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals noch seine Zinszahlungsansprüche aus Sicherheiten befriedigen. Im Insolvenzfall könnte dies dazu führen, dass die Ansprüche der einzelnen Darlehensgeber nicht oder nur zu einem geringeren Teil durchgesetzt werden können. Dies könnte dazu führen, dass Zins- oder Tilgungszahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden können oder dass es zum teilweisen oder vollständigen Verlust des investierten Kapitals kommt.

  4. Veräußerlichkeit (Fungibilität), Verfügbarkeit des investierten Kapitals, langfristige Bindung

    Die Darlehensverträge sind mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Eine vorzeitige ordentliche Kündigung durch den Darlehensgeber ist nicht vorgesehen. Nachrangdarlehen sind keine Wertpapiere und auch nicht mit diesen vergleichbar. Derzeit existiert kein liquider Zweitmarkt für die abgeschlossenen Darlehensverträge. Eine Veräußerung des Darlehens durch den Darlehensgeber ist zwar grundsätzlich rechtlich möglich. Die Möglichkeit zum Verkauf ist jedoch aufgrund der geringen Marktgröße und Handelsvolumina nicht sichergestellt. Es ist auch möglich, dass eine Abtretung nicht zum Nennwert der Forderung erfolgen kann. Es könnte also sein, dass bei einem Veräußerungswunsch kein Käufer gefunden wird oder der Verkauf nur zu einem geringeren Preis als gewünscht erfolgen kann. Das investierte Kapital kann daher bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit gebunden sein.

  5. Mögliche Verlängerung der Kapitalbindung

    Da es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt, darf das Darlehen nur zurückgezahlt werden, wenn dies bei dem Darlehensnehmer nicht zur Zahlungsunfähigkeit führen würde. Wäre dies der Fall, verlängerte sich die Laufzeit des Darlehens automatisch bis zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Zustand nicht mehr bestünde. Die Anlage ist damit für Darlehensgeber, die darauf angewiesen sind, exakt zum geplanten Laufzeitende ihr Geld zurück zu erhalten, nicht empfehlenswert.

  • Risiken auf Ebene des Darlehensnehmers
    1. Geschäfts- und Ausfallrisiko des Darlehensnehmers

      Der Darlehensgeber trägt das Risiko einer nachteiligen Geschäftsentwicklung des Darlehensnehmers. Es besteht das Risiko, dass dem Darlehensnehmer in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und die Darlehensvaluta zurückzuzahlen.

      Weiterhin trägt der Darlehensgeber das Risiko der Insolvenz des Darlehensnehmers. Der Darlehensnehmer kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Darlehensnehmer geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder wenn er eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann. Die Insolvenz des Darlehensnehmers kann zum Verlust des Investments des Darlehensgebers und der Zinsen führen, da der Darlehensnehmer keinem Einlagensicherungssystem angehört.

      Weder der wirtschaftliche Erfolg der zukünftigen Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers noch der Erfolg der finanzierten energetischen Maßnahme können mit Sicherheit vorhergesehen werden. Der Darlehensnehmer kann Höhe und Zeitpunkt von Zuflüssen weder zusichern noch garantieren.

    2. Risiken aus der Geschäftstätigkeit und der Durchführung des finanzierten Projekts

      Verschiedene Risikofaktoren können die Fähigkeit des Darlehensnehmers beeinträchtigen, seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachzukommen. Dies sind zum einen Risiken aus der Durchführung des finanzierten Projekts. Die geplante energetische Maßnahme könnte komplexer sein als erwartet. Es könnten unerwartete und/oder höhere Umsetzungsrisiken auftreten und/oder Geschäftsprozesse mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein als erwartet. Es könnten Planungsfehler zutage treten oder Vertragspartner des Darlehensnehmers mangelhafte Leistungen erbringen. Es könnte sich herausstellen, dass Annahmen, auf denen die Projektplanung basiert, fehlerhaft sind. Erforderliche Genehmigungen könnten nicht erteilt werden. Es könnten unbekannte Umweltrisiken oder Altlasten bestehen. Es könnte zu Verzögerungen im geplanten Projektablauf und/oder zu Problemen bei der Erzielung von Einnahmen in der geplanten Höhe oder zum geplanten Zeitpunkt kommen. Ein etwaiger Versicherungsschutz könnte sich als nicht ausreichend erweisen. Die rechtlichen Anforderungen könnten sich verändern und dadurch könnten Änderungen oder zusätzliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Projekt erforderlich werden, was zu Mehrkosten und/oder zeitlichen Verzögerungen führen könnte. Bei Leistungen, die Dritten gegenüber erbracht werden, könnten diese Gewährleistungsansprüche geltend machen, ohne dass der Darlehensnehmer Regressansprüche gegen eigene Zulieferer durchsetzen kann. Auch weitere Faktoren können sich nachteilig auf den Projekterfolg auswirken, wie etwa die Entwicklung des Strompreises oder des Preises anderer Energieträger, des Marktumfelds, der Nachfrage- und Absatzsituation, von Lieferantenbeziehungen, des politischen Umfelds und politischer Verhältnisse, von Umweltrisiken, Länder- und Wechselkursrisiken sowie Wettbewerbern.

      Daneben ist die allgemeine Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers mit Risiken verbunden, wie etwa marktbezogenen Risiken (z. B. Nachfrage- und Absatzrückgang; Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen großer Abnehmer; [Insolvenzen von Kunden, bei denen energetische Maßnahmen durchgeführt werden, aus deren Einnahmen Zins- und Tilgungszahlungen finanziert werden sollen;] Kostenerhöhungen und Kapazitätsengpässe auf Beschaffungsseite; politische Veränderungen; Zins- und Inflationsentwicklungen; Länder- und Wechselkursrisiken; Veränderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit des Darlehensnehmers) und unternehmensbezogene Risiken (z. B. Qualitätsrisiken; Produktmängel; Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiken; Risiken aus Marken und Schutzrechten; Abhängigkeit von Partnerunternehmen, Schlüsselpersonen und qualifiziertem Personal; Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, unzureichendem Versicherungsschutz, aus der Gesellschafter- und/oder Konzernstruktur, aus der internen Organisation, aus Vermögensbewertungen und Steuernachforderungen).

      Diese und/oder weitere Risiken könnten sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Darlehensnehmers auswirken. Dem Darlehensnehmer könnten infolgedessen in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

      Bisherige Markt- oder Geschäftsentwicklungen sind keine Grundlage oder Indikator für zukünftige Entwicklungen.

    3. Kapitalstrukturrisiko

      Der Darlehensnehmer wird möglicherweise weitere Fremdkapitalfinanzierungen in Anspruch nehmen und daher Verpflichtungen eingehen, die (unabhängig von seiner Einnahmesituation) gegenüber den Forderungen der Nachrang-Darlehensgeber vorrangig zu bedienen sind.

  • Risiken auf Ebene des Anlegers
    1. Fremdfinanzierungsrisiko

      Dem Darlehensgeber können im Einzelfall in Abhängigkeit von den individuellen Umständen weitere Vermögensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Steuernachzahlungen. Wenn der Darlehensgeber die Darlehenssumme fremdfinanziert, indem er etwa einen privaten Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann es über den Verlust des investierten Kapitals hinaus zur Gefährdung des weiteren Vermögens des Darlehensgebers kommen. Das maximale Risiko des Darlehensgebers besteht in diesem Fall in einer Überschuldung, die im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Darlehensgebers führen kann. Dies kann der Fall sein, wenn bei geringen oder keinen Rückflüssen aus der Vermögensanlage der Darlehensgeber finanziell nicht in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsbelastung aus seiner Fremdfinanzierung zu bedienen. Der Darlehensnehmer rät daher von einer Fremdfinanzierung des Darlehensbetrags ab.

    2. Hinweis zu Risikostreuung und Vermeidung von Risikokonzentration

      Die Investition in den Nachrangdarlehensvertrag sollte aufgrund der Risikostruktur nur als ein Baustein eines diversifizierten (risikogemischten) Anlageportfolios betrachtet werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlusts. Durch eine Aufteilung des investierten Kapitals auf mehrere Anlageklassen und Projekte kann eine bessere Risikostreuung erreicht und „Klumpenrisiken“ können vermieden werden.

  • Hinweise des Plattformbetreibers
    1. Umfang der Projektprüfung durch den Plattformbetreiber

      Der Plattformbetreiber nimmt im Vorfeld des Einstellens eines Projekts auf der Plattform lediglich eine Prüfung nach formalen Kriterien vor. Das Einstellen auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar. Der Plattformbetreiber beurteilt nicht die Bonität des Darlehensnehmers und überprüft nicht die von diesem zur Verfügung gestellten Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Vollständigkeit oder ihre Aktualität

    2. Tätigkeitsprofil des Plattformbetreibers

      Der Plattformbetreiber übt keine Beratungstätigkeit aus und erbringt keine Beratungsleistungen. Insbesondere werden keine Finanzierungs- und/oder Anlageberatung sowie keine steuerliche und/oder rechtliche Beratung erbracht. Der Plattformbetreiber gibt Investoren keine persönlichen Empfehlungen zum Erwerb von Finanzinstrumenten auf Grundlage einer Prüfung der persönlichen Umstände des jeweiligen Investors. Die persönlichen Umstände werden nur insoweit erfragt, wie dies im Rahmen der Anlagevermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist, und lediglich mit dem Ziel, die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu erteilen, nicht aber mit dem Ziel, dem Investor eine persönliche Empfehlung zum Erwerb eines bestimmten Finanzinstruments auszusprechen.

    3. Informationsgehalt der Projektbeschreibung

      Das Projektprofil und die Projektbeschreibung auf der Plattform erheben nicht den Anspruch, alle Informationen zu enthalten, die für die Beurteilung der angebotenen Anlage erforderlich sind. Investoren sollten die Möglichkeit nutzen, dem Darlehensnehmer über die Plattform Fragen zu stellen, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren und fachkundige Beratung einzuholen, wenn sie unsicher sind, ob sie den Darlehensvertrag abschließen sollten. Da jeder Darlehensgeber mit seiner Darlehensvergabe persönliche Ziele verfolgen kann, sollten die Angaben und Annahmen des Darlehensnehmers unter Berücksichtigung der individuellen Situation sorgfältig geprüft werden.