Projektentwicklung eines nachhaltigen Biomasseheizkraftwerks auf Kuba

Projektentwicklung
endet
7% Rendite
1% Vorlaufzins
3 Jahre Laufzeit
560,250€ benötigt
120,000t CO2 Einsparung
144,400€ von 251 Investoren
Fundingschwelle:250000
Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz:
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.


Hintergrund 

Bei dem hier vorliegenden Projekt handelt es sich um die Finanzierung der Projektentwicklung (nicht des Baus des Projekts als solchem) eines Biomasseheizkraftwerks (BMHKW) in der kubanischen Provinz Cienfuegos. Dieses BMHKW soll die veraltete Biomasseverbrennungsanlage einer nahegelegenen Zuckermühle ersetzen und diese mit sauberen, emissionsarmen Strom und Dampf versorgen. Als Treibstoff für das neue BMHKW dienen naturbelassene Bioabfälle. Während der Erntezeit des Zuckerrohrs werden die bei der Produktion des Zuckers anfallenden Zuckerrohr-Reststoffe verwendet. In der Zwischensaison können Abfälle aus der Landwirtschaft sowie Haushaltsmüll als Brennstoff eingesetzt werden. Somit entsteht über das ganze Jahr hinweg ein ressourcenschonender Kreislauf, der eine nachhaltige Energieerzeugung aus biogenen Reststoffen sowie eine Wiederverwertung der anfallenden Asche miteinschließt. 

Der Projektstandort befindet sich in der Stadt Lajas ca. 250 km südöstlich von Havanna. Die nächsten größeren Städte sind Cienfuegos (30 km) und Santa Clara (35 km). Der Standort hat strategische Vorteile, denn die Anschlüsse an das nationale Straßen- und Schienennetz sowie der Stromanschluss über das Umspannwerk in der Nachbargemeinde Cruces liegen für das Kraftwerk äußerst günstig. Eine optimale Anbindung der Anlage an die bereits bestehende Infrastruktur ist ausschlaggebend: Zum einen wird sie mit der Biomasse über das bestehende Verkehrswegenetz beliefert, zum anderen soll der erzeugte Strom direkt in das nationale Stromnetz eingespeist werden. 

Darlehensnehmer ist die Prolignis Energie Consulting GmbH, ein erfahrener deutscher Projektentwickler und Energiedienstleister, welcher gemeinsam mit dem international sehr erfahrenen Anlagenbauer LAWI Engineering GmbH aus Kiel die Projektentwicklung auf Kuba durchführen wird. Dazu haben diese die Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG gegründet. Die Prolignis arbeitet in dem Projekt sehr eng mit der kubanischen Regierung zusammen, welche sich später an der Projektgesellschaft, die zum Bau und Betrieb des Kraftwerkes gegründet werden soll, beteiligen möchte. Geplant ist, dass EnerCu zusammen mit dem staatlichen Unternehmen ZERUS das gemeinsame JointVenture Bioelectrica Central Caracas gründen wird, welches dann die Realisierung des Bauvorhabens, die Inbetriebnahme und den langfristigen Betrieb des BMHKWs auf Kuba übernehmen wird. 

Um dieses ökologisch, ökonomisch und gleichermaßen sozial sinnvolle Leuchtturmprojekt verwirklichen zu können, ist die Qualität der Projektentwicklung einem hohen internationalen Standard unterworfen. Dies setzt voraus, dass ein regionales Biomasseversorgungskonzept entwickelt und vorgelegt wird, alle notwendigen Bau- und Betriebsgenehmigungen einzuholen sind und dass die Entwicklung und Vorlage des technischen Planungskonzepts den Vorgaben zur Finanzierung durch internationale Entwicklungsbanken entsprechen. Die für die Projektentwicklung bereitgestellten Finanzmittel werden für die geforderten Gutachten, für externe Ingenieurdienstleistungen sowie zur Deckung von Personal-, Marketing- und Verwaltungskosten verwendet. Ebenso werden Reisekosten und Ausgaben für die Kommunikation während der Projektentwicklungsphasen davon bestritten (Details dazu befinden sich im Projektbericht). In einem späteren Schritt soll das Projekt bzw. die Mehrheit der derzeit gehaltenen Geschäftsanteile an der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG an einen internationalen Investor verkauft werden. Aus dem Verkaufserlös wird das Darlehen der Crowd nach Ablauf der Kreditlaufzeit endfällig bedient. 

Technologie 

Die aktuelle Energieversorgung der 1967 erbauten kubanischen Zuckermühle erfolgt durch eine größtenteils veraltete Biomasseverbrennungsanlage. Nur während der fünfmonatigen Erntesaison des Zuckerrohrs von Januar bis Mai wird diese Anlage betrieben und steht dann die restlichen sieben Monate des Jahres still. Diese Zeit wird dann überwiegend für Service- und Reinigungsarbeiten an den Anlagekomponenten des gesamten Projektstandortes genutzt. 

Das geplante Biomasseheizkraftwerk wird dagegen als eigenständiger Betrieb nicht nur die veralteten Bestandsanlagen ersetzen, sondern ganzjährig und nach dem aktuellsten Stand der Technik rund um die Uhr betrieben werden. Das künftige BMHKW wird die Zuckermühle während der Produktionsmonate mit dem zur Zuckerproduktion benötigten klimafreundlichen Prozessdampf und -strom versorgen und auch rund 160.000 MWh Strom pro Jahr in das öffentliche Stromnetz einspeisen. 

Biomasseversorgungskonzept 

Ein wesentlicher Bestandteil der notwendigen Biomasseversorgung des BMHKWs ist Bagasse, der faserige Rest der Zuckerrohrpflanze. Die direkte Nutzung der Bagasse zur Energieerzeugung ist seit langem erprobt und gilt als altbewährtes und weltweit anerkanntes Vorgehen. Im neuen Biomasseheizkraftwerk wird dieser naturbelassene Energieträger mit höchster Energieeffizienz in direkt nutzbare elektrische Energie, Prozesswärme und Kühlenergie umgewandelt. 

Sowohl in den Monaten, in denen keine Bagasse zur Verfügung steht, als auch ganzjährig als Ergänzung der Biomasse ist die Nutzung von Marabú vorgesehen – einer invasiven holzigen Strauchpflanze, die sich auf Kuba ausbreitet und bereits sehr große Areale der gesamten verfügbaren landwirtschaftlichen Anbauflächen überwuchert hat. Der kubanische Staat wird der Projektgesellschaft eine bis zu 6.000 Hektar große Fläche, welche mit Marabú überwuchert ist, zur kostenfreien langfristigen Nutzung verpachten. Durch die alleine auf dieser Fläche verfügbaren Biomasse kann der Kraftwerksbetrieb mehrere Jahre versorgt werden. Um eine langfristig sichere Versorgung aus heimischer Biomasse zu gewährleisten, ist daher vorgesehen, die Verwendung von Marabú durch Biomasse aus nachhaltig betriebenem Energiepflanzenanbau zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Prolignis wird dafür ein Ernte- und Wiederaufforstungskonzept entwickeln: Nach der sukzessiven Ernte des Marabú in den ersten 3 Jahren werden dann ab dem Jahr 2022 die ersten neuen Anpflanzungen (z.B. kubanische Akazie und Energiegräser) zur Verfügung stehen. Das Konzept ist nach international anerkannten Nachhaltigkeitskriterien zertifiziert worden. Auch ist in diesem Konzept vorgesehen, dass zusätzlich Anpflanzungen von Nahrungsmittelpflanzen als Agroforstsysteme (z.B. Bananen, Kakao) bei den Neuanpflanzungen integriert werden. Die Erstellung eines solchen zertifizierungsfähigen Biomasseversorgungskonzeptes ist Teil der zu finanzierenden Projektentwicklung.

Soziale Auswirkungen 

Erklärtes Ziel der kubanischen Regierung bei der Energieversorgung ist es, sichere, umweltverträgliche und zuverlässige Energie für die regionale Industrie, den Tourismus und den Menschen vor Ort zur Verfügung zu stellen. Die regionale Erzeugung von klimafreundlicher Energie im Biomasseheizkraftwerk in Lajas unterstützt diese Ziele. Zudem wird neben einer deutlichen Reduzierung der lokalen Luftverschmutzung auch eine hohe Effizienz bei der Verarbeitung der biogenen Energieträger erreicht, ohne dass dabei Mehrkosten auf Seite der Zuckermühle entstehen werden. Gleichzeitig wird auf nationaler Ebene die Abhängigkeit von Ölimporten durch die Nutzung von nachhaltig nutzbaren, lokalen Ressourcen verringert. 

Weitere wichtige Vorteile für die dem Projektgebiet angrenzenden Regionen ergeben sich durch die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen mit zusätzlichen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung. Insbesondere durch die nachhaltige Bewirtschaftung der von Marabú-Sträuchern befreiten land- und forstwirtschaftlichen Flächen, sowie durch die kontinuierliche Aufbereitung und die täglichen Transporte zum BMHKW werden nach ersten Kalkulationen alleine in der Provinz Cienfuegos bis zu 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Prolignis plant, lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Ernte über die Logistik bis hin zum eigentlichen Kraftwerksbetrieb zu schulen. Das Projekt soll zum Aufbau einer nachhaltigen Bildungsplattform langfristig von Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus Kuba und Deutschland begleitet werden. Eine Vielzahl von Ausbildungsmaßnahmen wird zwischen der deutschen Bioenergie-Wirtschaft und Land- und Forstwirtschaft sowie lokalen Betriebsprozessen, wie sie auf Kuba derzeit anzutreffen sind, für den notwendigen Know-how-Transfer sorgen, 

Klima- und Umweltschutz 

Der Strom im öffentlichen Netz Kubas wird bislang zu ca. 95 % mittels Verbrennung von fossilem Öl erzeugt. Geplant ist, dass das BMHKW neben dem für die Zuckermühle bereitzustellenden elektrischen Strom zukünftig zusätzlich bis zu ca. 160.000 MWh elektrische Energie in das öffentliche Stromnetz einspeist. Da der kubanische Strom-Mix aktuell einen CO2 Footprint von 760 kg/MWh aufweist, werden dadurch CO2-Emissionen von ca. 120.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Darüber hinaus werden die Freisetzungen an weiteren schädlichen Klimagasen und Feinstaub durch den Zuckermühlenbetrieb mittels Einsatz von moderner Filtertechnologie erheblich reduziert. 

Weitere Verbesserungen zur nachhaltigen Produktionsweise entstehen dadurch, dass der invasive Marabú-Busch als wesentlicher Brennstoff zur Energieerzeugung genutzt wird. Durch professionelle Vorgehensweise bei der Rodung und bei der Verarbeitung wird bisheriges Brachland für land- und forstwirtschaftliche Zwecke zurückgewonnen. Prolignis entwickelt daher im Auftrag der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu gemeinsam mit dem kubanischen Landwirtschaftsministerium MINAGRI und dem Fachunternehmen für Wiederaufforstung und Landnutzung bioenergy crops Ltd. aus London ein nachhaltiges Konzept zur Inwertsetzung dieser Flächen. Langfristiges Ziel ist es, nachhaltige Agroforstsysteme zur Erzeugung zusätzlicher Exportgüter (z.B. Kakao, Banane, Zuckerrohr etc.) zu implementieren und die anfallenden Agrar- und Holzreste als Rohstoff für die Biomasseanlage zu nutzen.

Lage in Kuba 

Kuba befindet sich seit einigen Jahren in einer Art Reformprozess und integriert sukzessive erste marktwirtschaftliche Elemente in die Planwirtschaft. 

Derzeit stellt das kubanische Energiesystem eine Gesamtleistung von rund 6 Gigawatt (GW) zur Verfügung, wobei mehr als 80% über Ölimporte aus Venezuela bereitgestellt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt fast 10%, wovon mehr als 80% als Bioenergie erzeugt werden. Während der Energieverbrauch aufgrund der zunehmenden Öffnung der Wirtschaft und des expandierenden Tourismus weiter um ca. 5% pro Jahr steigt, sind die Ölimporte aufgrund der politischen Krise in Venezuela stark zurückgegangen. Daher ist der Ausbau der erneuerbaren Energien eine der höchsten Prioritäten der kubanischen Regierung, um ihre Abhängigkeit von teuren Importen sowie fossilen Energieträgern zu verringern. 

Im Jahr 2014 öffnete die kubanische Regierung den Energiesektor für ausländische Investoren, um damit Investitionen von bis zu 3,5 Milliarden Dollar zu realisieren und um das nationale Ziel - die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 24% - zu erreichen. Dazu sollen in diesem Zeitraum insgesamt 2,1 GW Erzeugungskapazitäten installiert werden, wovon die Leistungskapazität von bis zu 750 MW aus Biomasseheizkraftwerken (BMHKW) bereitgestellt werden sollen. 

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die kubanischen Behörden in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Zuckerproduzenten AZCUBA ca. 20 strategisch günstige Projektstandorte für BMHKWs festgelegt. Alle diese Standorte befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den großen Zuckerfabriken, die nach wie vor das Rückgrat der kubanischen Wirtschaft bilden. 


Projektstruktur und Stakeholder 

Projektinhaber und Kreditnehmer ist die deutsche Prolignis Energie Consulting GmbH. Die Prolignis Energie Consulting GmbH ist gemeinsam mit der LAWI Engineering GmbH Anteilseigner der Projektgesellschaft EnerCu UG

Die ZERUS S.A. – eine Tochtergesellschaft des staatlichen kubanischen Zuckerproduzenten AZCUBA – wurde beauftragt, ausländische Firmen für die Entwicklung, den Bau und Betrieb von BMHKWs an den ausgewählten Standorten zu gewinnen. 

EnerCu und ZERUS planen aktuell, ein gemeinsames Joint Venture mit dem Zweck zu gründen, den Bau und den Betrieb des BMHKWs durchzuführen. Darüber hinaus hat EnerCu bereits eine Vereinbarung (MOU) mit dem nationalen Netzbetreiber Union Nacional Electrical de Cuba (UNE) unterzeichnet, die die geltenden Einspeisetarife und die Erlangung der notwendigen Einspeise-, Bau- und Betriebsgenehmigungen sicherstellen sollen. 


BMHKW 

Das modernisierungsbedürftige, aktuelle BMHKW der Zuckermühle verfügt über eine Feuerungstechnik, die aufgrund ihres Alters von über 50 Jahren sehr ineffizient und wartungsanfällig ist. Der in den Dampfkesseln erzeugte Dampf wird über ein ebenfalls veraltetes Rohrleitungssystem dem Produktionsprozess zugeführt bzw. zur Verstromung an zwei Dampfturbinen mit einer elektrischen Leistung von jeweils 4,0 MW geleitet. Der erzeugte Strom wird vorrangig für den Produktionsprozess in der Zuckermühle benötigt, ansonsten wird er in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der momentane elektrische Wirkungsgrad (Verhältnis Energieinput zu Stromoutput) liegt bei deutlich unter 10%, was einem Wirkungsgrad von nur einem Viertel bis einem Drittel im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik bedeutet. Durch diese niedrige Gesamteffizienz bleiben hohe Energiepotentiale ungenutzt, die mit der Inbetriebnahme eines modernen BMHKWs sowohl der Zuckermühle als auch der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen werden. 

Die Anlage muss im Schnitt alle zwei Wochen für ein bis zwei Tage gewartet werden, was zu erheblichen Produktionsausfällen führt. Zudem ist ein hoher Grad an manuellen Eingriffen bei den Brennkammern erforderlich, was das Gefahrenpotential für Mitarbeiter deutlich erhöht. Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden größtenteils ungefiltert an die Umgebung abgegeben, was lokal zu einer bedenklichen Luftverschmutzung führt. 

Das geplante Biomasseheizkraftwerk soll ganzjährig betrieben werden und die Zuckermühle mit nachhaltigem Strom versorgen. Die gesamte Feuerungs- und Kessellinie bestehend aus Brennstoffförderung, Brennkammer, Dampfkessel und Rauchgasreinigung kommt aus Deutschland. Herzstück ist die LAWI EtaComb Multi-Fuel Brennkammer mit angeschlossenem Dampfkessel der Firma ERK (Eckrohrkessel GmbH). 

Die robuste und bewährte Technologie garantiert eine hohe Anlagenverfügbarkeit und Effizienz. Lokale Emissionen werden durch den Einsatz von modernster Filtertechnologie erheblich reduziert. Zudem ermöglicht sie den Einsatz einer Vielzahl von Brennstoffen, so dass höchste Flexibilität geboten ist. 

Das zugewiesene Projektgrundstück umfasst eine Fläche von ca. 7 Hektar, auf denen neben dem BMHKW ein Lager für die Biomasse sowie ein Rohwasser- und Löschwasserteich für den Anlagenbetrieb errichtet werden. Das Biomasselager wird ausreichend dimensioniert, um jederzeit einen Biomassebestand für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen vorzuhalten, um jegliche Versorgungsengpässe durch beispielsweise Beschädigung der Verkehrsinfrastruktur durch Naturkatastrophen zu kompensieren. Die Wasserteiche werden sowohl von Regen- und Grundwasser als auch von einem nahegelegenen Wasserreservoir gespeist. 

Das Projektgrundstück ist an das nationale Straßen- und Schienennetz angeschlossen, zusätzlich wird geprüft, inwiefern die Mit-Nutzung der vorhandenen Schienentraße der Zuckermühle für den Biomassetransport zum Kraftwerk hin möglich ist. Diese wiederum ist angebunden an das überregionale Schienennetz Kubas. Angesichts der benötigten Mengen an Holzhackschnitzeln können hier hohe Kostenvorteile erzielt werden. 


Aktueller Stand (31.08.2018) 

Prolignis ist im Auftrag von EnerCu aktuell in abschließenden Verhandlungen mit ZERUS für ein gemeinsames Joint Venture mit dem Namen Bioelectrica Central Caracas. Die Erarbeitung der erforderlichen Joint Venture Anmeldeunterlagen für das kubanische Außenhandelsministerium MINCEX ist demnächst abgeschlossen. Die offizielle Genehmigung des Joint Ventures wird für das vierte Quartal 2018 erwartet. Nachfolgende Genehmigungsschritte sind dieser Genehmigung untergeordnet und sind eher als formal zu klassifizieren. 

Neben der Erarbeitung der rechtlichen und administrativen Genehmigung haben die Prolignis und die LAWI Engineering auch bereits begonnen, mit Generalunternehmen und Finanzierungspartnern weiterführende Gespräche und Verhandlungen zu führen. Von insgesamt fünf international renommierten Generalunternehmen, die die komplette Realisierung eines solchen Kraftwerkprojekts übernehmen könnten, werden bis Ende viertes Quartal 2018 Angebote erwartet. 

Neben juristischen Fragestellungen, Verfahrenstechnik und Klärung der Gesamtfinanzierung ist der vierte entscheidende Baustein des Projekts die Organisation und vertragliche Sicherung der Biomasseversorgung. Dieses wird gemeinsam mit bioenergy crops in Kürze wissenschaftlich untersucht und detailliert und praktisch umsetzbar realisiert. Auf Basis der bisherigen Informationen durch den kubanischen Partner und anhand von ausführlichen Gesprächen und Vor-Ort-Besichtigungen haben die beauftragten Forstexperten bereits ein technisch schlüssiges und kaufmännisch tragfähiges Grobkonzept zur umfassenden ganzjährigen Versorgung mit Biomasse erarbeitet. Dieses wird nun in der nächsten Phase validiert. Da die halbjährliche Versorgung mit Bagasse im Wesentlichen geklärt ist, kümmern sich Prolignis und EnerCu zusammen mit bioenergy crops ab Ende drittes Quartal 2018 insbesondere um die komplette Erntelogistik des Marabú und werden das nachhaltige Wiederanpflanzungskonzept erstellen – geplant ist, die abgeerntete Fläche in erster Linie mit ökologisch verträglichen Energiepflanzen zu bepflanzen. Zusätzlich wird erarbeitet, inwieweit Agroforstsysteme zusammen mit Nutz- und Nahrungspflanzen für die heimische Bevölkerung verbunden mit Vorteilen für den Tourismus umgesetzt werden können. Auch mit bioenergy crops wurde kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet bzgl. der Kooperation und Finanzierung des Biomasseparts.

Die Gesamtfundingsumme liegt bei 560.250 € und beinhaltet die bettervest-Listing- und Zahlungsabwicklungsgebühren. Das über bettervest eingesammelte Kapital dient dazu die Projektentwicklung des beschriebenen Projekts zu finanzieren. Die Laufzeit beträgt 3 Jahre und weist eine jährliche Verzinsung von 7% für die Crowd-Investoren auf. Dieses Projekt wird endfällig getilgt. Dies bedeutet, dass der Projektinhaber die Tilgungssumme in Höhe von 560.250 € erst im letzten, also im dritten Jahr zurückzahlt. Die anfallenden Zinsen in Höhe von jährlich 39.217,50 € werden jährlich beglichen. Die Crowddarlehen sollen aus dem Verkaufserlös zurückgezahlt werden, den Prolignis mit dem Verkauf von Unternehmensanteilen an der EnerCu UG an internationale Investoren erzielt. Die Fundingschwelle liegt bei 250.000 €. Wird nur diese Summe erreicht, so kann die Projektentwicklung trotzdem realisiert werden, da die restlichen Gelder sowohl aus Eigenmitteln als auch durch größere Einzelinvestitionen von Unternehmen und Projektpartnern aufgebracht werden können.

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Über welche internationale Erfahrung verfügt die Prolignis Energie Consulting GmbH? 

  • Prolignis ist seit 2014 im Ausland aktiv. Unsere Erfahrungen reichen dabei von der Projektakquise und dem Erstellen von Machbarkeitsstudien bis zur erweiterten Projektentwicklung. In Frankreich haben wir unseren französischen Partner bei der Teilnahme an einer Ausschreibung für Biomasseanlagen unterstützt. Sollten wir erfolgreich aus der Ausschreibung rausgehen, werden wir maßgeblich an der Entwicklung von zwei Biomasseanlagen in Zentral- und Südfrankreich beteiligt sein. In Montenegro haben wir mit Unterstützung der OTH Regensburg das nationale Marktpotential für Biomasseheizkraftwerke untersucht und potentielle Projektstandorte identifiziert. In Vietnam und Ghana haben wir die technische, wirtschaftliche und rechtliche Machbarkeit eines Biomasseheizkraftwerkes zur nachhaltigen Energie-Versorgung eines Industriestandorts geprüft und belegt. Dies beinhaltete neben der technischen Konzeptionierung auch die Evaluierung und Erarbeitung eines nachhaltigen BiomasseVersorgungsKonzepts auf Basis von regional verfügbaren Reststoffen aus der Forst- und Landwirtschaft. Ebenso konnten zum Standort eines der größten Schuh-Produzenten in Kambodscha, mit hoher Verfügbarkeit von biogenen Reststoffen aus der Forst- und Landwirtschaft, ein wirtschaftlich tragfähiges und ökologisch sinnvolles Contructing Angebot erarbeitet und vorgelegt werden. Ein Teil der Kernkompetenz liegt auch darin mit Unterstützung von lokalen Fachanwälten und international agierenden Banken ein optimales Organisations- und Finanzierungsmodell aufzubereiten. So konnten wir in Brasilien für einen regional führenden Betrieb aus der Agroindustrie ein attraktives Gesamtpaket auf Basis einer Exportfinanzierung aus Deutschland strukturieren und stehen dort kurz vor der Realisierung. Ergänzt wird unsere hausinterne Kompetenz und Auslandserfahrung durch unseren Unternehmensbeirat. Mit Herrn Dr. Wiese und Herrn Prof. Dr. Zimmer stehen uns internationale erfahrene Kenner der Branche zur Verfügung. Herr Dr. Wiese verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich der Erneuerbaren Energien. Während seiner beruflichen Laufbahn war er unter anderem als Projektleiter in mehreren internationalen Projekten in Afrika, Lateinamerika und Asien verantwortlich und hat zahlreiche erneuerbare Energien Projekte erfolgreich realisieren können. Aktuell leitet Herr Dr. Wiese als Geschäftsführer die Bereiche „Renewable Energy“ und „Sustainable Energy“ bei Gopa Intec, einem weltweit führenden Consulting Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien. Herr Prof. Dr. Zimmer promovierte an der Holzforschung in München und ist spezialisiert im Bereich Holztechnologie und Ökologie. Einen Teil seines wissenschaftlichen Werdegangs verbrachte er mit der Forschung der Forstwirtschaft in den Tropen und Subtropen und kennt sich daher bestens in diesem Bereich aus. In 2011 machte sich Prof. Dr. Zimmer selbständig und gründete das Bayerische Institut für Nachhaltige Entwicklung.
Wie kamen Sie auf die Idee, ein Projekt in Kuba zu entwickeln? 
  • Eine der Aufgaben im Team des internationalen Projektmanagements von Prolignis ist es, potentielle Standorte bzw. Wirtschaftsregionen für den Einsatz von Biomasseheizkraftwerken zu prüfen und einzuschätzen. Mit Kuba hat man sich schon länger beschäftigt. Man wusste von den Plänen der kubanischen Regierung, in Zukunft verstärkt auf Erneuerbare Energien zu setzen. Die kubanische Regierung möchte sich aus der Abhängigkeit von Öllieferungen aus dem Ausland – hier insbesondere aus Venezuela – befreien. Und dies mit den eigenen Ressourcen, die die Insel bietet. Das Projektentwicklungsteam um Herrn Krug hat dann bereits Ende 2016 eine Standortbewertung für Kuba durchgeführt. Das Ergebnis war positiv. Sowohl die mehr als ausreichende vorhandene Biomasse als auch die wirtschaftlichen Parameter sind sehr vielversprechend. Was Prolignis zu einer konkreten Projektumsetzung noch fehlte, war der konkrete Standort und das Netzwerk in die wirtschaftlichen und politischen Kreise vor Ort. Zu Beginn des Jahres 2017 ist Prolignis vom befreundeten Anlagenbauer LAWI aus Kiel angesprochen worden, ob man nicht Lust und freie Kapazitäten hätte, gemeinsam auf Kuba eines oder gar mehrere Projekte zu entwickeln. Die Antwort fiel angesichts des bereits durchgeführten guten Länderratings, als geeigneter Projektansatz für die Umsetzung von Prolignis-Energieversorgungs-Konzepten, und der folgenden Standortbewertung direkt positiv aus. Wir mussten also nicht lange überlegen. Und wir haben es bis heute nicht bereut. Im Gegenteil: die Zusammenarbeit im international zusammengestellten Team und vor allem mit den kubanischen Partnern macht großen Spaß und wir arbeiten alle zusammen an einem für Mensch und Umwelt richtig tollen und sinnhaften Projekt! 
Wie weit sind Sie mit der Projektentwicklung?  
  • Wir haben in den letzten 1 ½ Jahren gemeinsam mit LAWI und dem international bekannten Biomassespezialisten Martin Sander aus Lima, Peru schon vieles erreicht. Gemeinsam waren wir nun schon einige Male in Kuba, um das Projekt weiter zu entwickeln und insbesondere die erforderlichen Genehmigungen und Verträge zu finalisieren. Der Projektrahmen, Standortanforderungen, die Biomasseversorgung, die Kraftwerkstechnologie und die Projektpartner stehen heute im Wesentlichen bereits fest. Dies alles muss nun noch detailliert ausgearbeitet, fixiert und unterschrieben werden. Mit internationalen Investoren sind wir auch bereits im Gespräch bezüglich der Finanzierung dieses 70 Mio. USD Projektes. Insbesondere chinesische Firmen haben großes Interesse gezeigt, auf Kuba zu investieren. Es waren vor allem chinesische Firmen, aber auch der chinesische Staat, die jüngst in Erneuerbare Energien Projekte auf Kuba investiert haben. Im Juni 2018 waren Martin Sander und Wolfgang Krug für die EnerCu zu Gesprächen in Peking. Wir haben das Projekt vorgestellt und mit den chinesischen Partnern intensiv diskutiert. Nun wird gemeinsam an einer möglichen Finanzstrukturierung bestehend aus Eigenkapital und Fremdkapital gearbeitet. Auch mit möglichen Generalunternehmern stehen wir in engem Austausch. 
Wie lauten die Worst-Case-Szenarien? 
  • In unserer Risikobetrachtung ist die Sicherstellung der Finanzierung der Projektumsetzung, also des Baus des BMHKWs, der entscheidende Milestone. Sollte es wider Erwarten nicht gelingen eine Finanzierung zu bekommen, werden wir uns mit den kubanischen Partnern zusammensetzen und versuchen, eine neue Lösung zu erarbeiten. Die jährlichen Zinsen und auch die Rückzahlung am Ende der drei Jahre Laufzeit für das Energiewendedarlehen an die Darlehensgeber des Crowdfundings wären trotzdem über den laufenden Cashflow der Prolignis Unternehmensgruppe gesichert.
Welche sozialen und ökologischen Auswirkungen hat das Projekt? 
  • Prolignis legt zusammen mit der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu größten Wert auf die Umsetzung höchster Umwelt- und Sozialstandards. Und dies nicht nur in der Bauphase, sondern insbesondere auch während des Betriebs der Anlage. Die Erzeugung von grüner Energie im Biomasseheizkraftwerk in Cienfuegos unterstützt die kubanischen Regierungsziele, saubere und zuverlässige Energie für die regionale Industrie, den Tourismus und den Menschen vor Ort zur Verfügung zu stellen. Die Anlage wird technisch so ausgelegt, dass sie die europäischen Emissionsstandards erfüllt und die bestehende Energieerzeugung in der Zuckerfabrik ersetzt. Dies führt neben der deutlichen Reduzierung der lokalen Luftverschmutzung auch zu einer Effizienzsteigerung und Kostenreduktion auf Seiten der benachbarten Zuckermühle. Die aktuelle Energieerzeugung der Zuckermühle ist Jahrzehnte alt und sehr störungsanfällig. Langwierige Reparaturen und Umsatzausfälle sind die Folge. Neben der Bagasse - dem Abfallstoff der Zuckerrohrerzeugung - dient der invasive Marabú-Strauch als wesentlicher Brennstoff zur Energieerzeugung. Nach wissenschaftlichen Erhebungen der forstwirtschaftlichen Fakultät der Universität Pinar del Rio hat der „Farbkätzchenstrauch“ (Dichrostachys cinerea) in den letzten 25 Jahren ca. 13% der Inselfläche eingenommen oder besser gesagt überwuchert. Bei einer Fläche von ca. 109.000 km² handelt es sich folglich um einen Bestand von ca. 1,4 Mio. Hektar. Nicht nur den kubanischen Landwirten ist der extrem stachelige und dichte Strauch wahrlich ein Dorn im Auge, dessen rasanter Ausbreitung sie seit Jahren meist hilflos zusehen müssen. Nur mit Spezialgeräten und -maschinen kann man dem Problem begegnen. Prolignis ist mit führenden Maschinen- und Anlagenbauern aus Deutschland bereits in konkreten Gesprächen. Durch die professionelle großmaßstäbliche Ernte des Strauches werden alleine für dieses Projekt mindestens 6.000 Hektar Brachland für land- und forstwirtschaftliche Zwecke zurückgewonnen. Die Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu entwickelt gemeinsam mit dem kubanischen Landwirtschaftsministerium MINAGRI und einem Fachunternehmen für Wiederaufforstung und Landnutzung, die Bioenergy Crops Ltd aus London, ein nachhaltiges Konzept zur Inwertsetzung dieser Flächen. Zusammengefasst soll der Marabú-Strauch also für die Energieerzeugung geerntet werden und die frei werdenden Flächen anschließend gemeinsam für die Anpflanzung von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Energiepflanzen nachhaltig genutzt werden. Die langfristige Bewirtschaftung kann somit in Absprache mit dem kubanischen Partner sowohl der lokalen Bevölkerung, dem bedeutenden Tourismus als Wirtschaftsfaktor oder auch mit der Anpflanzung von Crash Crops als nationalem Devisenbringer direkten wirtschaftlichen Nutzen bringen. Die langfristigen Kooperationsverträge sind aktuell in der Bearbeitung. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien, wie PV oder Wind, liegt ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Bioenergie – neben der Produktion von 24/7 grundlastfähigem Strom - in der Schaffung von neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Ein Projekt in dieser Dimension und mit der entsprechenden Lieferkette wird ca. 500 direkte und indirekte Arbeitsplätze und zusätzlichen Einkommenschancen für die lokale Bevölkerung generieren. Insbesondere die nachhaltige Bewirtschaftung der reaktivierten land- und forstwirtschaftlichen Flächen wird in der Provinz Cienfuegos direkte regionale Wertschöpfung ermöglichen. Prolignis plant, die lokalen Mitarbeiter entlang der gesamten Prozesskette von der Ernte über die Logistik bis hin zum Betrieb zu schulen. Das Projekt wird von Bildungs- und Forschungseinrichtungen aus Kuba und Deutschland begleitet, um eine langfristige Bildungsplattform für den Aufbau von Kapazitäten in Bioenergie-Systemen und Lieferketten zu schaffen.

Wir von Prolignis wollen das Projekt auf Kuba umsetzen, um mit erneuerbarer Energie neue Wertschöpfung im Land zu generieren und ein großes ökologisches Problem in Kuba angehen. Aufgrund seiner Offenheit, Fachexpertise und Klarheit in der Sache haben wir uns für das Team von bettervest entschieden. Es hat uns beeindruckt, dass man sehr schnell die vielfältigen Vorteile für alle Seiten erkannt hat und dafür ein sehr innovatives Finanzierungsinstrument zur Verfügung stellt.

Foto: Wolfgang Krug, Projektverantwortlicher

Wolfgang Krug, Projektverantwortlicher

Unternehmensportrait

Foto: Prolignis Energie Consulting GmbH Prolignis Energie Consulting GmbH

Die 2006 gegründete Prolignis Energie Consulting GmbH, eine 100%-ige Tochter der Prolignis AG, mit Sitz in Ingolstadt ist Projektinhaber und Emittent der Nachrangdarlehen. Der Geschäftsführer der Prolignis Energie Consulting GmbH ist Herr Tobias Mayinger und gleichzeitig zusammen mit Herr Ernst Haile auch Vorstand der Prolignis AG. Die Prolignis Energie Consulting ist ein erfahrener Projektentwickler und in der Unternehmensgruppe zusammen mit der Prolignis Betriebsmanagement auch Betreiber von Biomasseheizkraftwerken mit einem interdisziplinären Expertenteam von 30 Mitarbeitern. Seit der Gründung im Jahr 2006 hat Prolignis mehrere Biomasseprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 250 Mio. USD realisiert. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Projektentwicklung, Projektmanagement sowie Betriebsführung und Finanzstrukturierung. Zu den langjährigen Kunden von Prolignis zählen Automobilhersteller wie Porsche, Pharma- und Medizintechnikunternehmen wie B.Braun, Melsungen und verschiedene Stadtwerke mit ihren Wärmenetzwerken. Prolignis Energie Consulting GmbH ist gemeinsam mit der LAWI Engineering GmbH Gesellschafter der Projektgesellschaft EnerCu UG, welche 2017 gegründet wurde. Ziel ist es, das Know-how für die Entwicklung, Finanzierung, den Bau und den Betrieb von Biomasse-Energieanlagen in Kuba zu bündeln. Das Konsortium konzentriert sich in erster Linie auf Kraft-Wärme-Kopplungsprojekte, die netzgekoppelt sind und erneuerbare Energien in das kubanische Stromnetz und zu anderen industriellen Abnehmern liefern können. Alleiniger Geschäftsführer von EnerCu ist Herr Wolfgang Krug, Leiter für internationales Projektmanagement in der Prolignis Gruppe. Die LAWI Engineering GmbH wurde 1996 in Kiel gegründet und hat sich zu einem der technologisch führenden Unternehmen für die Planung und den Bau von hocheffizienten Anlagen zur thermischen Biomassenutzung entwickelt. Sie ist heute Marktführer für Biomassekraftwerke in Thailand. Die von LAWI in Deutschland patentierte Multi-Fuel-Technologie wird derzeit in mehr als 30 Biomasse- und Abfallkraftwerken in Europa und Asien eingesetzt. Die Projektgesellschaft EnerCU hat das Ziel im Rahmen des Projekts in ein Joint Venture mit dem staatlichen kubanischen Unternehmen ZERUS S.A. einzutreten. Dieses Joint Venture soll dann das BMHKW in der Nähe der Zuckerfabrik Ciudad Caracas in der Provinz Cienfuegos errichten und langfristig betreiben. Die ZERUS S.A. ist eine Tochtergesellschaft des staatlichen Zuckerproduzenten AZCUBA und wurde beauftragt, ausländische Investoren und Projektentwickler für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb von Biomasse-Energieanlagen an den vorgesehenen Projektstandorten zu gewinnen.


Prolignis Energie Consulting GmbH | Friedrichshofenerstr. 1 | 85049 Ingolstadt
Geschäftsführer Tobias Mayinger
+49 841 88 56 19 0 | info@prolignis.de

Risikohinweise

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

  1. Allgemeine Risiken und Risiken aus der Ausgestaltung der Nachrangdarlehen

    1. Maximales Risiko – Totalverlustrisiko
    2. Es besteht das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals und der Zinsen. Individuell können dem Darlehensgeber zusätzliche Vermögensnachteile, z.B. durch Kosten für Steuernachzahlungen, entstehen. Deshalb ist das Darlehen nur als Beimischung in ein Anlageportfolio geeignet. Die Darlehensvergabe ist nur für Investoren geeignet, die einen entstehenden Verlust bis zum Totalverlust ihrer Kapitalanlage hinnehmen könnten. Das Darlehen ist nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das Risiko einer Nachschusspflicht oder einer sonstigen Haftung, die über den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgeht, besteht dagegen nicht.

    3. Nachrangrisiko und unternehmerischer Charakter der Beteiligung
    4. Bei dem Darlehensvertrag handelt es sich um ein Darlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt (siehe näher Ziffer 9 des Darlehensvertrags). Sämtliche Ansprüche des Darlehensgebers (Investors) aus dem Darlehensvertrag – insbesondere die Ansprüche auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen – („Nachrangforderungen“) können gegenüber dem Darlehensnehmer nicht geltend gemacht werden, wenn dies für den Darlehensnehmer einen Insolvenzgrund herbeiführen würde. Das bedeutet, dass die Zahlung von Zins und Tilgung des Darlehens keine Insolvenz des Darlehensnehmers auslösen darf. Dann dürften weder Zinsen noch Tilgungszahlungen an die Darlehensgeber geleistet werden. Die Nachrangforderungen des Darlehensgebers treten außerdem im Falle der Durchführung eines Liquidationsverfahrens und im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers im Rang gegenüber sämtlichen gegenwärtigen und künftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger des Darlehensnehmers zurück, das heißt, der Darlehensgeber wird mit seinen Forderungen zwar vor den Gesellschaftern, aber erst nach vollständiger und endgültiger Befriedigung sämtlicher anderer Gläubiger des Darlehensnehmers (mit Ausnahme anderer Rangrücktrittsgläubiger) berücksichtigt.

      Der Darlehensgeber trägt daher ein unternehmerisches Risiko, das höher ist als das Risiko eines regulären Fremdkapitalgebers. Der Darlehensgeber wird dabei nicht selbst Gesellschafter des Darlehensnehmers und erwirbt keine Gesellschafterrechte. Es handelt sich nicht um eine sogenannte mündelsichere Beteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion.

      Der qualifizierte Rangrücktritt könnte sich wie folgt auswirken: Der Darlehensnehmer würde die Zins- und Tilgungszahlung bei Insolvenznähe so lange aussetzen müssen, wie er dazu verpflichtet ist. Der Darlehensgeber dürfte seine Forderungen bei Fälligkeit nicht einfordern. Der Darlehensgeber müsste eine Zinszahlung, die er trotz der Nachrangigkeit zu Unrecht erhalten hat, auf Anforderung an den Darlehensnehmer zurückzahlen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Darlehensgeber die Zinszahlungen ebenso wie die Tilgungszahlungen im Ergebnis aufgrund des Nachrangs nicht oder nicht rechtzeitig erhält oder zurückzuzahlen hat. Zudem könnte es sein, dass der Darlehensgeber für bereits gezahlte Zinsen Steuern entrichten muss, obwohl er zur Rückzahlung der erhaltenen Beträge verpflichtet ist.

    5. Fehlende Besicherung der Darlehen
    6. Da das Darlehen unbesichert ist, könnte der Darlehensgeber im Insolvenzfall des Darlehensnehmers weder seine Forderung auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals noch seine Zinszahlungsansprüche aus Sicherheiten befriedigen. Im Insolvenzfall könnte dies dazu führen, dass die Ansprüche der einzelnen Darlehensgeber nicht oder nur zu einem geringeren Teil durchgesetzt werden können. Dies könnte dazu führen, dass Zins- oder Tilgungszahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden können oder dass es zum teilweisen oder vollständigen Verlust des investierten Kapitals kommt.

    7. Endfälligkeit der Tilgung
    8. Die Tilgung des Darlehenskapitals der Darlehensgeber soll insgesamt am Ende der Laufzeit erfolgen (Endfälligkeit drei Jahre nach dem Start des regulären Zinslaufs). Der Darlehensnehmer plant, die zur Tilgung erforderlichen Mittel durch eine Veräußerung der Projektrechte bzw. eine (Teil-)Veräußerung seiner Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG, Ingolstadt zu erzielen. An dieser Gesellschaft hält der Darlehensnehmer derzeit 40 % der Geschäftsanteile. Er plant, im Laufe des Jahres 2020 den überwiegenden Anteil dieser Geschäftsanteile an einen externen Investor zu verkaufen, mit dem er das Projekt in der Folge gemeinsam umsetzen möchte.

      Sollte der Darlehensnehmer bis zum Endfälligkeitszeitpunkt das für die Tilgung des Darlehens erforderliche Kapital nicht aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit, aus dem geplanten Verkauf von Anteilen an der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG oder aus dem Verkauf der Projektrechte erwirtschaften können und/oder sollte er keine dann erforderliche Anschlussfinanzierung erhalten, besteht das Risiko, dass die endfällige Tilgung nicht oder nicht zum geplanten Zeitpunkt erfolgen kann.

    9. Veräußerlichkeit (Fungibilität), Verfügbarkeit des investierten Kapitals, langfristige Bindung
    10. Die Darlehensverträge sind mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Eine vorzeitige ordentliche Kündigung durch den Darlehensgeber ist nicht vorgesehen. Nachrangdarlehen sind keine Wertpapiere und auch nicht mit diesen vergleichbar. Derzeit existiert kein liquider Zweitmarkt für die abgeschlossenen Darlehensverträge. Eine Veräußerung des Darlehens durch den Darlehensgeber ist zwar grundsätzlich rechtlich möglich. Die Möglichkeit zum Verkauf ist jedoch aufgrund der geringen Marktgröße und Handelsvolumina nicht sichergestellt. Es ist auch möglich, dass eine Abtretung nicht zum Nennwert der Forderung erfolgen kann. Es könnte also sein, dass bei einem Veräußerungswunsch kein Käufer gefunden wird oder der Verkauf nur zu einem geringeren Preis als gewünscht erfolgen kann. Das investierte Kapital kann daher bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit gebunden sein.

    11. Mögliche Verlängerung der Kapitalbindung
    12. Da es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt, darf das Darlehen nur zurückgezahlt werden, wenn dies bei dem Darlehensnehmer nicht zur Zahlungsunfähigkeit führen würde. Wäre dies der Fall, verlängerte sich die Laufzeit des Darlehens automatisch bis zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Zustand nicht mehr bestünde. Die Anlage ist damit für Darlehensgeber nicht empfehlenswert, die darauf angewiesen sind, exakt zum geplanten Laufzeitende ihr Geld zurück zu erhalten.

  2. Risiken auf Ebene des Darlehensnehmers

    1. Geschäfts- und Ausfallrisiko des Darlehensnehmers
    2. Der Darlehensgeber trägt das Risiko einer nachteiligen Geschäftsentwicklung des Darlehensnehmers. Es besteht das Risiko, dass dem Darlehensnehmer in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und die Darlehensvaluta zurückzuzahlen.

      Weiterhin trägt der Darlehensgeber das Risiko der Insolvenz des Darlehensnehmers. Der Darlehensnehmer kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Darlehensnehmer geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder wenn er eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann. Die Insolvenz des Darlehensnehmers kann zum Verlust des Investments des Darlehensgebers und der Zinsen führen, da der Darlehensnehmer keinem Einlagensicherungssystem angehört.

      Weder der wirtschaftliche Erfolg der zukünftigen Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers noch der Erfolg der finanzierten Projektentwicklung können mit Sicherheit vorhergesehen werden. Der Darlehensnehmer kann Höhe und Zeitpunkt von Zuflüssen weder zusichern noch garantieren.

    3. Risiken aus der Geschäftstätigkeit und der Durchführung der finanzierten Projektentwicklung
    4. Verschiedene Risikofaktoren können die Fähigkeit des Darlehensnehmers beeinträchtigen, seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachzukommen. Dies sind zum einen Risiken aus der Durchführung der finanzierten Projektentwicklung durch die Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG, an der der Darlehensnehmer 40% der Geschäftsanteile hält.

      Die geplante Projektentwicklung könnte komplexer sein als erwartet. Es könnten unerwartete und/oder höhere Umsetzungsrisiken auftreten und/oder Geschäftsprozesse mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein als erwartet. Es könnten Planungsfehler zutage treten oder Vertragspartner des Darlehensnehmers oder der Projektentwicklungsgesellschaft mangelhafte Leistungen erbringen. Es könnte sich herausstellen, dass Annahmen, auf denen die bisherige Projektplanung basiert, fehlerhaft sind. Erforderliche Genehmigungen könnten nicht erteilt werden. Es könnte nicht möglich sein, erforderliche Vertrags- und Kooperationsverhältnisse einzugehen. Es könnten unbekannte Umweltrisiken oder Altlasten bestehen. Es könnte zu Verzögerungen im geplanten Projektablauf und/oder zu Problemen bei der Erzielung von Einnahmen in der geplanten Höhe oder zum geplanten Zeitpunkt kommen. Ein etwaiger Versicherungsschutz könnte sich als nicht ausreichend erweisen. Die rechtlichen Anforderungen könnten sich verändern und dadurch könnten Änderungen oder zusätzliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Projektentwicklung erforderlich werden, was zu Mehrkosten und/oder zeitlichen Verzögerungen führen könnte. Bei Leistungen, die Dritten gegenüber erbracht werden, könnten diese Gewährleistungsansprüche geltend machen, ohne dass der Darlehensnehmer oder die Projektentwicklungsgesellschaft Regressansprüche gegen eigene Dienstleister durchsetzen können.

      Daneben ist die Umsetzung des geplanten Projekts in hohem Maße vom politischen Willen der kubanischen Entscheidungsträger abhängig, sodass eine Änderung des politischen Umfelds oder politischer Verhältnisse nachteilige Auswirkungen auf den Erfolg der Projektentwicklung haben kann.

      Auch weitere Faktoren können sich nachteilig auf den Erfolg der Projektentwicklung auswirken, wie etwa die Entwicklung des Strompreises auf Kuba oder des Preises anderer Energieträger, des Marktumfelds, der Nachfrage- und Absatzsituation, von Lieferantenbeziehungen, Länder- und Wechselkursrisiken sowie Wettbewerbern.

      Auf einzelne dieser Risiken wird im Folgenden noch detaillierter eingegangen.

      Daneben ist die allgemeine Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers mit Risiken verbunden, wie etwa marktbezogenen Risiken (z. B. Nachfrage- und Absatzrückgang; Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen großer Abnehmer; Insolvenzen von Kunden; Kostenerhöhungen und Kapazitätsengpässe auf Beschaffungsseite; politische Veränderungen; Zins- und Inflationsentwicklungen; Länder- und Wechselkursrisiken; Veränderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit des Darlehensnehmers) und unternehmensbezogene Risiken (z.B. Qualitätsrisiken; Produktmängel; Finanzierungs- und Zinsänderungsrisiken; Risiken aus Marken und Schutzrechten; Abhängigkeit von Partnerunternehmen, Schlüsselpersonen und qualifiziertem Personal; Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, unzureichendem Versicherungsschutz, aus der Gesellschafter- und/oder Konzernstruktur, aus der internen Organisation, aus Vermögensbewertungen und Steuernachforderungen).

      Selbst wenn die finanzierte Projektentwicklung positiv verläuft, tragen die Darlehensgeber das Risiko, dass sich andere Risiken aus der Geschäftstätigkeit des Darlehensnehmers realisieren, die nichts mit dem geplanten Projekt zu tun haben.

      Diese und/oder weitere Risiken könnten sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Darlehensnehmers auswirken. Dem Darlehensnehmer könnten infolgedessen in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, um die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

      Bisherige Markt- oder Geschäftsentwicklungen sind keine Grundlage oder Indikator für zukünftige Entwicklungen.

    5. Länderrisiken und politische Risiken
    6. Die Projektentwicklung betrifft ein Projekt auf Kuba. Die Republik Kuba wird aufgrund des seit 1962 bestehenden Handelsembargos der USA von vielen Ländern der Welt und ihren Unternehmen boykottiert. Dies bedeutet, dass Exporte aus den USA und Warenlieferungen und Dienstleistungen der USA über Drittländer nicht zugelassen sind. Die Auslandsverschuldung Kubas ist aufgrund des eingeschränkten Handels mit Drittländern hoch. Die Kreditwürdigkeit Kubas daher als niedrig zu bezeichnen. Die meisten sog. Altschulden bestehen gegenüber der ehemaligen Sowjetunion. Von Seiten deutscher Banken wird Kubageschäft in vertretbarem Rahmen finanziert. Die Zahlungsmoral Kubas (ohne die Altschulden gegenüber Russland) wird als positiv bezeichnet. Die politischen Risiken sind darin begründet, dass Kuba nach wie vor sozialistisch von einer altkommunistischen Führungsriege, gewachsen unter der Jahrzehntelangen Führung von Fidel und Raúl Castro, angeführt wird. Kuba ist nach dem Wegfall seiner osteuropäischen Verbündeten politisch recht isoliert und kann durch die Blockade innerhalb seines politischen Systems für seine Bevölkerung nur zaghafte Entwicklungen zu mehr Wohlstand und Lebensqualität voranbringen. Eine mittelfristige Lockerung der Sanktionen ist nicht zu erwarten.

      Diese Umstände könnten, insbesondere bei einer Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen, dazu beitragen, dass die geplante Veräußerung der Projektrechte bzw. der Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG schwieriger wird als erwartet oder vereitelt wird. Dies wiederum könnte sich nachteilig auf die Fähigkeit des Darlehensnehmers auswirken, die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

    7. Risiken aus der weiteren Projektentwicklung und dem geplanten Verkauf des Projektes
    8. Der Darlehensnehmer plant, die zur Tilgung der Nachrangdarlehen erforderlichen Mittel durch eine Veräußerung der Projektrechte bzw. eine (Teil-)Veräußerung seiner Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft EnerCu UG, Ingolstadt zu erzielen. An dieser Gesellschaft hält der Darlehensnehmer derzeit 40 % der Geschäftsanteile. Er plant, im Laufe des Jahres 2020 den überwiegenden Anteil dieser Geschäftsanteile an einen externen Investor zu verkaufen, mit dem er das Projekt in der Folge gemeinsam umsetzen möchte.

      Das Projekt ist allerdings noch in der mittleren Entwicklungsphase. Es sind im Rahmen der Projektentwicklung noch weitere Arbeiten abzuschließen, wofür auch die Schwarmfinanzierung aufgesetzt wurde. Es besteht daher das Risiko, dass im weiteren Projektverlauf Umstände offenbart werden, die einer erfolgreichen Realisierung des Projekts entgegenstehen.

      Insbesondere besteht das Risiko, dass sich die Kosten für die Versorgung der Anlage mit Biomasse im weiteren Verlauf der Projektentwicklung als höher erweisen könnten als derzeit angenommen. Daneben besteht das Risiko, dass sich herausstellt, dass die geplante Feuerungstechnik für die geplanten Brennstoffe schlechter geeignet ist als derzeit angenommen.

      Weiterhin besteht das Risiko, dass die vertraglichen Vereinbarungen mit dritten Parteien – wie dem kubanischen staatlichen Energieversorger UNE, dem Generalunternehmer, der das Projekt realisieren soll, oder der Zuckerfabrik –, die für die Projektumsetzung erforderlich sind, nicht abgeschlossen werden können. Daneben besteht das Risiko, dass erforderliche staatliche Genehmigungen nicht erteilt werden oder dass die Finanzierung der Projektumsetzungskosten (in Höhe von nach derzeitiger Planung ca. USD 71 Mio.) nicht sichergestellt werden kann.

      Diese und weitere denkbare Umstände könnten den geplanten Verkauf der Projektrechte bzw. der Anteile an der Projektentwicklungsgesellschaft erschweren oder vereiteln, was sich negativ auf die Fähigkeit des Darlehensnehmers auswirken könnte, die Zinsforderungen zu erfüllen und das eingesetzte Darlehenskapital zurückzuzahlen.

    9. Sonstige Risiken in Bezug auf Stromversorger, Vertragspartner u.a.
    10. Aufgrund der geschilderten politischen und wirtschaftlichen Lage auf Kuba ist jedes Investment mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dies gilt auch für die geplante Zusammenarbeit mit dem staatlichen kubanischen Stromversorger UNE, der von der Zahlungsfähigkeit der Regierung abhängt. Zwar sollen die angedachten Einspeisetarife für 25 Jahre festgeschrieben werden und es soll eine staatliche Garantie dafür geben. Auch gilt der kubanische Staat als grundsätzlich verlässlicher Vertragspartner. Dass es dennoch zu Zahlungsverzögerungen kommt, ist nicht auszuschließen.

    11. Klimabedingte Risiken
    12. In der Karibik bestehen klimatische Risiken wie insbesondere das Risiko von Wirbelstürmen. Zwar ist insoweit die südliche Provinz um Cienfuegos, in der das Projektgrundstück liegt, in der unteren Risikoklasse eingestuft. Historische Daten belegen, dass ein Großteil der Wirbelstürme, welche sich über dem Atlantik bilden, eher im östlichen Teil der Insel auf Festland treffen und der mittlere und westliche Teil der Insel größtenteils verschont bleiben. Gleichwohl können die klimatischen Bedingungen ein operatives Risiko für den Betrieb des Kraftwerks darstellen, das Gegenstand der Projektentwicklung ist.

    13. Kapitalstrukturrisiko
    14. Der Darlehensnehmer wird möglicherweise weitere Fremdkapitalfinanzierungen in Anspruch nehmen und daher Verpflichtungen eingehen, die (unabhängig von seiner Einnahmesituation) gegenüber den Forderungen der Nachrang-Darlehensgeber vorrangig zu bedienen sind.

    15. Prognoserisiko
    16. Die Prognosen hinsichtlich des Projektverlaufs, der Kosten für die Durchführung der Projektentwicklung und der erzielbaren Erträge könnten sich als unzutreffend erweisen.

  3. Risiken auf Ebene des Anlegers

    1. Fremdfinanzierungsrisiko
    2. Dem Darlehensgeber können im Einzelfall in Abhängigkeit von den individuellen Umständen weitere Vermögensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Steuernachzahlungen. Wenn der Darlehensgeber die Darlehenssumme fremdfinanziert, indem er etwa einen privaten Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann es über den Verlust des investierten Kapitals hinaus zur Gefährdung des weiteren Vermögens des Darlehensgebers kommen. Das maximale Risiko des Darlehensgebers besteht in diesem Fall in einer Überschuldung, die im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Darlehensgebers führen kann. Dies kann der Fall sein, wenn bei geringen oder keinen Rückflüssen aus der Vermögensanlage der Darlehensgeber finanziell nicht in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsbelastung aus seiner Fremdfinanzierung zu bedienen. Der Darlehensnehmer rät daher von einer Fremdfinanzierung des Darlehensbetrags ab.

    3. Hinweis zu Risikostreuung und Vermeidung von Risikokonzentration
    4. Die Investition in den Nachrang-Darlehensvertrag sollte aufgrund der Risikostruktur nur als ein Baustein eines diversifizierten (risikogemischten) Anlageportfolios betrachtet werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlusts. Durch eine Aufteilung des investierten Kapitals auf mehrere Anlageklassen und Projekte kann eine bessere Risikostreuung erreicht und „Klumpenrisiken“ können vermieden werden.

  4. Hinweise des Plattformbetreibers

    1. Umfang der Projektprüfung durch den Plattformbetreiber
    2. Der Plattformbetreiber nimmt im Vorfeld des Einstellens eines Projekts auf der Plattform lediglich eine Prüfung nach formalen Kriterien vor. Das Einstellen auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar. Der Plattformbetreiber beurteilt nicht die Bonität des Darlehensnehmers und überprüft nicht die von diesem zur Verfügung gestellten Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Vollständigkeit oder ihre Aktualität.

    3. Tätigkeitsprofil des Plattformbetreibers
    4. Der Plattformbetreiber übt keine Beratungstätigkeit aus und erbringt keine Beratungsleistungen. Insbesondere werden keine Finanzierungs- und/oder Anlageberatung sowie keine steuerliche und/oder rechtliche Beratung erbracht. Der Plattformbetreiber gibt Investoren keine persönlichen Empfehlungen zum Erwerb von Finanzinstrumenten auf Grundlage einer Prüfung der persönlichen Umstände des jeweiligen Investors. Die persönlichen Umstände werden nur insoweit erfragt, wie dies im Rahmen der Anlagevermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist, und lediglich mit dem Ziel, die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu erteilen, nicht aber mit dem Ziel, dem Investor eine persönliche Empfehlung zum Erwerb eines bestimmten Finanzinstruments auszusprechen.

    5. Informationsgehalt der Projektbeschreibung
    6. Das Projektprofil und die Projektbeschreibung auf der Plattform erheben nicht den Anspruch, alle Informationen zu enthalten, die für die Beurteilung der angebotenen Anlage erforderlich sind. Investoren sollten die Möglichkeit nutzen, dem Darlehensnehmer über die Plattform Fragen zu stellen, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren und fachkundige Beratung einzuholen, wenn sie unsicher sind, ob sie den Darlehensvertrag abschließen sollten. Da jeder Darlehensgeber mit seiner Darlehensvergabe persönliche Ziele verfolgen kann, sollten die Angaben und Annahmen des Darlehensnehmers unter Berücksichtigung der individuellen Situation sorgfältig geprüft werden.