Kohle Braunkohle Tagebau

Diese Banken unterstützen das schmutzige Geschäft mit Kohle

Die Welt hat momentan mit zwei großen zusammenhängenden Problemen zu kämpfen: die zunehmende Luftverschmutzung und der Klimawandel. Beide können mit derselben Maßnahme behandelt werden: Bis spätestens 2030 so viele Kohlekraftwerke und -gruben wie möglich schliessen.

Die Kohlekonzerne tun natürlich alles ihnen mögliche, um dies zu verhindern. Der Bau neuer Werke oder massives Lobbying für einen möglichst langsamen Rückbau bzw. Ausstieg sind nur zwei ihrer Maßnahmen. Doch trotz ihrer großen Macht und ihres Einflussreichtums, sind auch die Kohleunternehmen von etwas abhängig. Ohne Banken und Versicherungen, die mit ihnen Geschäfte machen, sind auch sie aufgeschmissen. Und obwohl Banken grundsätzlich nach guten Investments streben (oder es zumindest sollten), unterstützen einige das Geschäft mit der Kohle nach wie vor umfangreich. Und das trotz der bekannten fatalen Auswirkungen.

 

Ein kleiner Exkurs: Diese Schäden richtet Braunkohle an

Wenn von Energiegewinnung aus Kohle gesprochen wird, ist dabei meist Braunkohle gemeint. Seit dem 12. Jahrhundert wird sie verfeuert und nach wie vor werden ca. 40% des weltweiten Stroms aus Braunkohle gewonnen. Bei ihrer Verbrennung werden einige gesundheitsschädliche Schadstoffe und Feinstaub freigesetzt, die in unsere Atemluft gelangen. Außerdem werden große Mengen CO2 freigesetzt, um genau zu sein 0,36 kgCO2  pro erzeugter kWh (Quelle). In keinem Land der Welt wird so viel Braunkohle verbrannt, wie in Deutschland. Deswegen stammt auch rund ein Fünftel der gesamten deutschen CO2-Emissionen aus Braunkohlekraftwerken.

 

Was haben Banken zu befürchten, die Kohlekonzerne unterstützen?

Doch zurück zu den Finanzunternehmen, die die Kohlekonzerne aktiv durch Kreditvergaben und andere Bankgeschäfte unterstützen. Diese Zusammenarbeit ergibt einige Nachteile – für Banken, Kunden, Umwelt und somit für jeden von uns.

 

1. Die Auswirkungen der Kohleverarbeitung auf Gesundheit und Umwelt sind enorm. Eine Organisation, die unternehmerische Verantwortung ernst nimmt, sollte diese Zusammenarbeit nicht eingehen. Und eine Organisation, die diese Verantwortung ignoriert, muss mit Einbrüchen im Vertrauen der Kunden sowie der Nachfrage rechnen.

2. Dieser Bereich der Energiegewinnung hat langfristig keine Zukunft. Trotz reger Bemühungen der Konzerne, das Geschäft so lange es geht aufrecht zu erhalten, arbeitet die Kohlekommission an einem Vorschlag für einen Ausstieg aus dem Kohlesektor und strebt die Bundesregierung nach der Erreichung der Klima-Verpflichtungen des Pariser Abkommens. Dadurch müssten Kohlekraftwerke 15-20 Jahre früher als geplant stillgelegt und geplante Ausweitungen und Neubauten abgesagt werden. Durch diesen großen finanziellen Schaden der Kohlekonzerne können ggf. Kredite nicht zurückgezahlt werden und die Banken müssen die Verluste tragen. Kathrin Gutmann, Kampagnendirektorin von Europe Beyond Coal, äußerte diese Bedenken konkret im Zusammenhang mit dem Konzern RWE und sagte: „Die Steuerzahler und Finanziers laufen Gefahr die Rechnung bezahlen zu müssen.“

 

Diese Banken unterstützen das schmutzige Geschäft mit Kohle

Kohle Finanzieren Nachhaltig Divestment

Die Organisationen Urgewald and BankTrack veröffentlichten kürzlich zusammen mit 26 Partner-NGOs eine Übersicht der Banken und Investoren, die die 120 größten Kohlekonzerne unterstützen. Unter den Top 30 finden sich auch vier deutsche Banken wieder.

  • Die Deutsche Bank ist mit 1,209 Milliarden USD auf Platz 17,
  • BayernLB mit 1,082 Milliarden USD auf Platz 20,
  • Die Commerzbank mit 960 Millionen USD auf Platz 26
  • und die Landesbank Hessen-Thüringen mit 914 Millionen USD auf Platz 30.

 

Eine Übersicht der Kohleunternehmen, Banken und Investoren findest du bei Coal Exit.

 

Diese Banken unterstützen RWE

Und auch die Finanziers von Deutschlands größtem Kohlekonzern RWE, dem seit längerem durch die Vorkommnisse im Hambacher Forst internationale Aufmerksamkeit zuteil wird, wurden untersucht. Die NGO-Koalition Europe Beyond Coal veröffentlichte kürzlich zusammen mit Urgewald eine Analyse, die Geldgeber und Investoren des Energiekonzerns darstellt. Die Analyse zeigt, welche Banken seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens in 2016, Kredite an RWE vergeben oder Aktien und Anleihen für den Konzern aufgelegt haben, sowie beteiligte Investoren.

 

Geldgeber

  • Die Deutsche Bank ist der wichtigste Geldgeber von RWE mit 1,43 Mrd Euro.
  • Darauf folgt die US-Bank Goldman Sachs mit 1,39 Mrd. Euro.
  • Aus deutscher Sicht sind auch die Landesbank Baden-Württemberg (570 Mio. Euro) und die Commerzbank (506 Mio.) stark beteiligt.

 

Investoren

  • Auf der Investorenseite hat der US-Konzern BlackRock fast 1,8 Mrd. Euro in RWE-Anteile gesteckt,
  • gefolgt von Norwegens Pensionsfonds (534 Mio.).
  • Die größten deutschen Investoren sind MainFirst (202 Mio.), Deutsche Bank (152 Mio.) und die Sparkassen-Tochter Deka (130 Mio.).

Während einige Versicherer und Banken ihre Beziehung zu RWE bereits weitgehend beendet oder sich dazu verpflichtet haben, etwa Allianz, AXA, ING und ABN Amro, sprachen sich andere (darunter der Norwegische Pensionsfonds sowie Deka Investment) öffentlich gegen Kohle und für den Ausstieg aus, unterstützen RWE allerdings nach wie vor mit großen Summen.

 

Die Alternative für Kunden der „Kohlebanken“

Du bist Kund*in einer dieser Banken und fragst dich: Was soll ich nun tun? Die Antwort ist: Divestment bzw. der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank.

Auch, wenn du selbst nicht direkt in fossile Energieunternehmen investiert hast – viele Banken lassen dein Geld dennoch dorthin fließen. Doch das muss nicht sein! Es gibt eine immer größer werdende Zahl an nachhaltigen Banken, die nicht nur die Investition in fossile Energieunternehmen sondern z.B. auch in Rüstungsgeschäfte oder andere Projekte, die Menschenrechte verletzen, strikt ablehnen. Stattdessen fließt das angelegte Geld in ökologisch und gesellschaftlich verträgliche Zwecke – von Bildung über nachhaltige Energien bis hin zu sozialen Projekten ist die Auswahl dabei groß.

Als wir vor einigen Jahren auf der Suche nach einem passenden Zuhause für unser Geschäftskonto waren, haben wir explizit nach einer nachhaltigen Bank gesucht und sind bei der Triodos Bank Deutschland fündig geworden. Die 1980 in den Niederlanden gegründete Bank hat einen sozialen, ökologischen und kulturellen Wandel zum Ziel. Sie ist eine der führenden europäschen Nachhaltigkeitsbanken. Mit rund 700.000 Kunden und über 14 Milliarden Euro Gesamtvermögen erzielt sie Wirkungen in 45 Ländern. Ob alltägliches Bezahlen, Sparmöglichkeiten oder Investieren – Triodos bietet zahlreiche Finanzprodukte genau auf deine Bedürfnisse zugeschnitten.

 

 

Wie du siehst ist es also gar nicht so schwer, selbst einen Beitrag zu leisten, sodass der Kohleausstieg schnellstmöglich gelingt.

 

 

bettervest kooperiert seit September 2018 mit der Triodos Bank Deutschland. Was diese strategische Partnerschaft beeinhaltet erfährst du hier.

 

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